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Widerlicher
Skandal um deutsche Wirtschaft und Banken
8.
Dezember 1999
Die
Haltung der deutschen Konzerne und Banken zur Entschädigung
ehemaliger Zwangsarbeiter war schon immer zynisch. Sie
hatte sich längst zu einem politischen Skandal
ausgewachsen. Die aktuelle Verzögerung einer äußerst
bescheidenen Entschädigung an die Minderheit der Überlebenden
ist an Widerlichkeit nicht mehr zu überbieten.
Die
deutsche Industrie und die deutschen Banken sowie
zahlreiche andere Betriebe und Einrichtungen waren aktiv
an den faschistischen Verbrechen, an der Ausbeutung von
Millionen versklavten Menschen und der Vernichtung
Hunderttausender von ihnen beteiligt.
Bis
heute haben sie sich nicht zu einer Entschuldigung und
zur Übernahme der Verantwortung bekannt. Stattdessen
feilschen jene, die sich am düstersten Kapitel
deutscher Geschichte maßlos bereichert haben, wie Händler
auf dem Viehmarkt. Offensichtlich haben sie immer noch
nichts aus der Unmenschlichkeit ihrer Politik bis 1945
gelernt. Sie bauen offensichtlich darauf, dass sich das
Problem biologisch erledigt.
Dass
die Bundesregierung sich auch in dieser Frage so
offenkundig mit der deutschen Wirtschaft solidarisiert,
ist unakzeptabel. Dass ihr Unterhändler Otto Graf
Lambsdorff, die Vernatwortung für die Verzögerung den
Opferanwälten anlasten will, ist nur ein weiterer
Skandal.
Es
ist erstens zu fordern, dass die Bundesregierung eine
sofortige Entschädigung der überlebenden
Zwangsarbeiter in Höhe von mindestens 10 000 DM pro
Person vornimmt und Industrie und Banken dafür haftbar
macht. Zweitens ist das Angebot der Wirtschaft endlich
deutlich zu erhöhen. Drittens ist nicht mehr
hinzunehmen, dass nicht alle 1945 beteiligten
Unternehmen zu den Entschädigungen beitragen. Der BDI,
der BDA, der DIHT und andere Vereinigungen der deutschen
Wirtschaft und Banken hätten allen Grund endlich
selbstkritisch aktiv zu werden.
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