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Dr.
André Brie bei Podiumsdiskussion zum Wertewandel nach dem Ende des real
existierenden Sozialismus:
Soziale
Sicherheit und Freiheitsrechte eng miteinander verknüpft
Die
gewachsene Bedeutung von sozialer Sicherheit als Bedingung für die
Wahrnehmung von Freiheitsrechten hat der PDS-Politiker Dr. André Brie
hervor gehoben. Wie der Europaabgeordnete am Mittwoch auf einer
Podiumsdiskussion in Leipzig einschätzte, werde “Sicherheit” als
gesellschaftlicher Wert künftig andere Wertkonstellationen verstärkt mit
prägen. Die Diskussionsveranstaltung, an der neben Brie u.a. der
CDU-Politiker Friedrich Merz und der Wissenschaftler Prof. Dr. Friedhelm
Hengsbach teilnahmen, hatte sich mit dem Wertewandel nach dem Ende des
real existierenden Sozialismus beschäftigt.
Die
gesellschaftlichen Umbrüche im Osten Deutschlands seien eng mit Werten
und deren Veränderungen verknüpft, betonte Brie. Dabei könne der
“Wertevorrat” vieler ostdeutscher Menschen als “sozial und
demokratisch” bezeichnet werden. Der Abgeordnete verwies in diesem
Zusammenhang auf Untersuchungen, in denen bei sehr starker Betonung von
“Sozialer Sicherheit” und “Gerechtigkeit” auch “Freiheit” hoch
geschätzt werde. Aus den Analysen gehe aber zugleich hervor, dass zwar
demokratische Strukturen und Prinzipien eine beachtliche Wertschätzung
genießen, die demokratische Praxis hingegen überwiegend kritisch
bewertet wird. Insgesamt belegten die Fakten, dass für große Teile der
deutschen Bevölkerung Selbstbestimmung und soziale Sicherheit keinesfalls
ein Ausschließungsverhältnis bilden, sondern sich durchaus ergänzen.
Ein
wachsender Stellenwert von “Sicherheit” ist nach Einschätzung Bries
seit der 2. Hälfte der 1990er Jahre zu beobachten. Im Mittelpunkt dieses
“Super-Trends” stehe “soziale Sicherheit”, gleichzeitig aber auch
die Orientierung auf Schutz (vor Gewalt, Kriegsgefahr, Katastrophen etc.).
Als Ausdruck dessen würden “sicherheitsstiftende” Ressourcen und
Institutionen (wie Selbstvertrauen, Recht und Gesetz, finanzielle Rücklagen,
Solidarität) tendenziell höher bewertet. Dramatische Ereignisse, wie z.
B. die Terroranschläge vom 11. September 2001, hätten solche
Ausrichtungen noch klarer hervor treten lassen.
Mit
Blick auf die PDS erklärte der Europaabgeordnete, der in der Partei
entstandene Ansatz, eine zukunftsfähige Gesellschaftsentwicklung vor
allem an den ungehinderten, allseitigen Zugriff auf wichtige “Güter”
zu binden, entspreche im wesentlichen den Wertstrukturen, die in der
deutschen Bevölkerung verbreitet sind. “Schutz vor Gewalt und Krieg,
Umweltbewahrung, existenzsichernde Erwerbsarbeit, demokratische
Mitgestaltung, Nutzung sozialer Sicherungssysteme und Zugang zu Bildung
und Kultur: diese Elemente bilden nicht etwa nur aus akademischen
Betrachtungen, sondern aus der Alltagsperspektive vieler Menschen heraus
im buchstäblichen Sinne ‚Freiheitsgüter‘”, so Brie.
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