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Falsche
Vorschläge für falsche Konzepte für, falsche sicherheitspolitische
Analysen und falsche Szenarien
Brüssel, 8. Mai 2000
Zweifellos
hat die von Richard von Weizsäcker geleitete Bundeswehrkommission tatsächlich
unabhängig gearbeitet. Die Kritik aus allen Richtungen, ausgenommen Bündnis
90/Die Grünen, spricht eindeutig dafür.
Das Ergebnis ist aber auch
aus linker Sicht völlig unbefriedigend. Die seit Jahren anhaltende und
inzwischen dramatisch beschleunigte Militarisierung der deutschen Außen-
und Sicherheitspolitik wird nicht nur nicht in Frage gestellt, sondern
aktiv unterstützt. Die vorgeschlagenen Verkleinerung der Bundeswehr ist
mehr als zeitgemäß, in dieser Form aber nur der Rahmen für ihre endgültige
Umwandlung in eine hochoffensive international einsetzbare
Interventionsstreitmacht mit Hochtechnologierüstung. Die Aufstockung der
„Einsatzkräfte“ von 50 000 auf 140 000 Soldaten macht die Bundeswehr
fast zwangsläufig zur potenziellen Aggressionsmacht in internationalen
Konflikten und Krisen.
Die geplante Erweiterung der
Befugnisse des Generalinspekteurs wird die seit einigen Jahren bestehende
Tendenz zur Wiedereinführung eines Generalstabs und damit auch nationale
Momente verstärken.
Der wichtigste Mangel der
bisher bekannt gewordenen Vorschläge besteht jedoch offensichtlich darin,
dass falsche Konzepte für falsche sicherheitspolitische Analysen und
falsche Szenarien ausgearbeitet wurden.
Ein Land und ein Militärbündnis,
die in keiner Weise militärisch bedroht sind, müssten einen völlig
anderen Weg, einen Weg radikaler Abrüstung gehen, strikter Defensivität
der Streitkräfte, ziviler und kooperativer Sicherheitspolitik und
politischer Krisenprävention. Statt einer Ausweitung der Rüstungsausgaben
wäre eine sehr substanzielle Erhöhung der Ausgaben für
Friedensforschung und –erziehung, für internationale ökonomische
Hilfe, für zivile und politische Krisenprävention dringend erforderlich.
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