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09.07.2003: André
Brie unterstützt Klage gegen Bombodrom in Kyritz-Ruppiner-Heide
Entscheidung des
Bundesverteidigungsministeriums verstößt gegen EU-Richtlinien
Der PDS-Europaabgeordnete
André Brie unterstützt eine juristische Klage gegen die Wiederaufnahme
von Luftwaffenübungen in der Kyritz-Ruppiner-Heide. „Die Nutzung des
Bombodroms bei Wittstock widerspricht eindeutig der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU“, erklärte der Parlamentarier am
Mittwoch in Brüssel. Der Übungsplatz liegt in unmittelbarer Nähe des Müritz-Nationalparks,
der Bestandteil des europäischen Netzes „Natura 2000“ ist. „Mit der
von Bundesverteidigungsminister Struck angekündigten Inbetriebnahme des
Bombodroms ab 14. Juli verletzt Deutschland seine Pflicht zum Schutz von
Natur und Tierwelt in dieser Region.“ Die Landesregierung
Mecklenburg-Vorpommerns, Naturschutzverbände und Kommunen im
Einzugsbereich des Übungsplatzes hatten in der Vergangenheit bereits
entsprechende Klagen erwogen, um die Wiederaufnahme von Luftwaffenmanövern
in der Ruppiner Heide zu verhindern. Daneben hält der Brie auch Maßnahmen
des zivilen Widerstands gegen die Luft-Boden-Übungen für angebracht. Der
PDS-Politiker betonte, sich auch selbst an solchen Aktionen beteiligen zu
wollen.
Die von Struck
vorgebrachte Argumentation, die Nutzung des Wittstocker Bombodroms sei
Teil des Sparkurses der Bundeswehr, bezeichnete der Abgeordnete als
absurd. „In der Ruppiner Heide als Westeuropas größtem Truppenübungsplatz
geht es um komplexe Luftwaffenmanöver. In der heutigen Zeit ist der Sinn
solcher Großübungen fraglich – egal ob diese wie bislang in Kanada
oder in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.“ Wie die jüngsten Beispiele
Afghanistan und Irak zeigten, ließen sich Konflikte nicht mit militärischen
Mitteln lösen. „Statt dessen wäre es sinnvoller, die aus einer Abrüstung
frei werdenden Mittel zu Bekämpfung der Ursachen von Instabilität und
internationalem Terrorismus zu nutzen“, so Brie.
Zugleich
zeige die Entscheidung des Verteidigungsministeriums, was die
Bundesregierung von tatsächlicher Bürgermitsprache halte. „Der
Beschluss ist nicht nur eine Missachtung der Initiative „Freie Heide“,
die seit Jahren eine Entmilitarisierung der Kyritz-Ruppiner-Heide fordert.
Er ist ebenso ein Schlag gegen die betroffenen Kommunen und die regionale
Wirtschaft, deren Pläne für eine touristische Entwicklung des Gebietes
zerstört werden. Und er ist nicht zuletzt ein Affront gegen den grünen
Koalitionspartner in der Bundesregierung, die sich auf ihrem Parteitag
Mitte Juni in Cottbus erneut gegen das Bombodrom aussprachen.
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