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André Brie,
Kolumne für Disput, April 2004
Information pur
Der eigentliche Wahlkampf steht unmittelbar bevor.
Wir brauchen viele Tausende Mitglieder der PDS, die bereit sind, auf die
Straße zu gehen, Info-Stände zu organisieren, Zeitungen und Flugblätter zu
verteilen, Plakate zu kleben und vor allem das Gespräch mit anderen
Menschen zu führen. (Vielleicht könnten unsere Parteiversammlungen, bei
denen wir unter uns sind, nach dem Wahltag stattfinden?) Es geht in den
nächsten Wochen, es geht am 13. Juni um sehr viel für die PDS. Und es ist
viel möglich. Am 13. 6. kann und wird das Signal kommen: PDS – eine
Bundespartei mit mehr als fünf Prozent, eine Partei im Europäischen
Parlament, Mitglied der Europäischen Linkspartei und einer schlagkräftigen
linken Fraktion (und: »FDP schafft Einzug in das EP wieder nicht«). Dieses
Ergebnis und diese bundesweite Botschaft sind dringend erforderlich für
die Perspektive der PDS, vor allem aber für Hunderttausende Menschen, die
Widerstand gegen den neoliberalen Sozialabbau und Alternativen wollen, die
nicht nur eine starke ostdeutsche Linkspartei wollen und brauchen, sondern
eine wirkungsvolle sozialistische Partei in Deutschland.
Das Wahlbüro bietet seit dem Herbst Informations-,
Trainings- und Motivationsveranstaltungen zum Europawahlkampf und zu den
EU-Themen an. Viele Länder, Regionen und Kreisorganisationen nahmen und
nehmen dieses Angebot an. Ich hoffe, dass wir überall und tatsächlich eine
intensive Wahlkampfstimmung in der Partei haben, dass wir gemeinsam für
den Erfolg brennen, dass insbesondere auch die notwendige (aber oft
undankbare und unterschätzte) Organisation vorbereitet ist und klappt. Ich
schreibe, dass ich es »hoffe«, weil ich auch erlebt habe, dass in einigen
Kreisen und Basisorganisationen viele Informationen und Materialien noch
nicht bekannt sind. Meiner Meinung nach müssen wir ohnehin unsere
Kommunikations- und Organisationsstrukturen dringend verbessern bzw.
erneuern. Viele Geschäftsstellen sind nur zeitweise oder ehrenamtlich
besetzt. Allein die zahllosen E-Mails durchzusehen, die von der
Bundespartei, den Landesvorständen, Presse- und Abgeordnetenbüros kommen,
fällt schwer. Ein nur für Mitglieder der PDS zugänglicher (so genannter
»geschützter«) Bereich auf unserer PDS-Homepage für wichtige Informationen
würde manches erleichtern. Andere Parteien haben ihn längst. Seit Jahren
diskutieren wir darüber. Er kostet Geld, hat auch einige schwierigere
Voraussetzungen, aber allmählich wird es Zeit.
Gut, oder nicht gut. Ich nutze diesmal meine
monatliche Kolumne für Information pur: Es liegen bereits folgende
Materialien vor und sind (wenn von den Ländern gewünscht) auch schon
ausgeliefert: die Langfassung des Europawahlprogramms, die Flyer »Europa
contra USA?« und »Soziale Kommunen!«, die Broschüre »Agenda sozial«, ein
Flyer mit der Kurzfassung der »Agenda sozial«, die Plakate »Sozial muss
sein!« (vor allem als Demonstrationsplakat gedacht), »Für soziale
Kommunen!« und Eindruckplakate, diverse Transparente, die man sich für
Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen ausleihen kann, neue, große
Fahnen für drei Arbeitsgemeinschaften, mit denen die PDS-Bilder bunter,
vielfältiger werden sollen, Buttons und ein ganzes Sortiment an
Kleinwerbemitteln (Brillenputztücher, Kugelschreiber, Lineale,
Trillerpfeifen mit dem Aufdruck »Wir pfeifen auf Agenda 2010. PDS«,
Kondome, Feuerzeuge, Aufkleber). Wir haben ein eigenes, in der
Tschechischen Republik für uns produziertes Wahlbier »Rotbräu« (»Soziale
Gerechtigkeit ist unser aller Bier. PDS«), Socialist-T-Shirts,
Schlüsselbänder. Das kann beim PDS-Literaturvertrieb erworben werden.
Stattgefunden haben Pressekonferenzen sowie medienwirksame und zum Teil
spektakuläre Aktionen vor der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, gegen
den Kulturabbau in Dresden, gegen das Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner
Heide und in 40 Meter Höhe an einem Elbe-Turm (bei Coswig) zur Solidarität
mit den Beschäftigten von Bombardier in Ammendorf. Weiteres wird
vorbereitet.
Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben ein
persönliches Material erhalten, das bis zu Pressefotos auf einer CD-Rom
reicht. Ausgeliefert wird ab dem 15. April in einer Auflage von 850.000
Stück das Kurzwahlprogramm der PDS, das auf der Vorderseite mit den Fotos
aller 19 Kandatinnen und Kandidaten gestaltet wurde. Bis Ende April folgen
– immer in einer Menge, die die Landesverbände bestellt haben, und in
gründlicher Diskussion mit ihnen entschieden – drei Themenplakate
(Soziales, Europa, Frieden), drei Flyer zu den selben Themen, zwei
Großflächenplakate, die Wahlkampfzeitung mit mehr als drei Millionen
Exemplaren, Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, ein toller Kinospot
(glaube ich), die Fernseh- und Rundfunkwerbung, der neue, gestalterisch
und inhaltlich radikal überarbeitete Internet-Auftritt der PDS und
natürlich unsere Veranstaltungen. Zentral gibt es die Tour mit einem roten
Londoner Doppelstockbus (Lenkrad links, Einstieg links) durch 90 Städte in
der gesamten Republik, eine Universitäts-, eine Grenzlandtour sowie viele,
viele Veranstaltungen und Aktionen, die vor Ort organisiert werden.
Was bleibt zu tun? Das Wichtigste. Aufmerksam und
ehrlich mit den Wählerinnen und Wählern sprechen. Zeigen, dass die PDS
eine Partei mit sozialem Herz ist, eine Partei mit realistischen und
klugen Alternativen, eine Partei, die auch entschiedenen Widerstand
leistet. Eine lebendige, streitbare und zuversichtliche Partei mit
Tausenden Gesichtern und mit engagierten, überzeugenden Kandidatinnen und
Kandidaten.
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