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22.
März 2004 | André Brie
Wahlkampf,
Wahlkampf, Wahlkampf
Ein
offizielles Tagebuch ist sicherlich nicht jedermanns
Fall, denn eigentlich ist das Tagebuch eine intime
Angelegenheit. Auf vielen meiner internationalen Reisen
habe ich aber auch eins geführt, um Erlebnisse und
subjektive Einschätzungen öffentlich machen zu können
(nachzulesen auf www.andrebrie.de).
Nun also ein Wahlkampftagebuch.
Auch
in diesen Tagen ist Wahlkampf für mich nicht alles,
obwohl ich nicht nur als Kandidat auf der PDS-Liste zum
Europäischen Parlament gefragt, sondern seit einem Jahr
auch wieder Wahlkampfleiter der Bundespartei bin (wie
schon 1990 bis 1999). Die Vorbereitungen, Analysen, die
Organisation und politische und werberische Konzipierung
des Wahlkampfes sind weit fortgeschritten. Aber erstens
geht auch die Arbeit im Parlament weiter, zweitens
bewegen mich die Auseinandersetzungen um den
grundlegenden gesellschafts- und wirtschaftspolitischen
Kurs der Bundesrepublik, auch die Diskussion um eine
neue Linkspartei, drittens gibt es glücklicherweise
viel Schönes und Wichtiges im Privatleben. Aber ich
werde mich konzentrieren können und müssen: Im April,
im Mai, bis zum 13. Juni gibt es keine zentralere
Aufgabe als Wahlkampf, Wahlkampf, Wahlkampf.
Ich
spreche auch über die Defizite der PDS öffentlich,
aber der beste Grund, PDS zu wählen, ist die PDS, sind
wir selbst. Wer sich bei uns engagiert, der will die
Dinge nicht laufen lassen. Wir sagen klar: Europa heute
ist nicht gut und tut den Menschen nicht gut. Europa
ohne demokratische Verfassung, Europa ohne soziale
Grundrechte für alle, ohne Solidarität, Europa in
Waffen, Europa der Märkte und der Bürokraten - das ist
kein Europa der Zukunft. Wir wollen das andere Europa,
gehen den anderen Weg: Europa friedlich, sozial und
demokratisch. Viele Menschen gehen heute diesen Weg.
Aber ich sehe leider nur eine Partei, die eine so grundsätzliche
Richtungsänderung will.
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