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Das GATS ist ein allgemeines Abkommen zur
Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen, das im Rahmen der WTO
Verhandlungen stattfindet. Es existiert bereits seit Gründung der WTO
1995 und wird nun in der nächsten Verhandlungsrunde bis 2004
ausgeweitet.
"Darunter fallen vor allem öffentliche
Dienste und wichtige Infrastrukturleistungen. Post und
Telekommunikation, Energie- und Wasserversorgung, Banken und
Versicherungen, medizinische und soziale Dienste, Tourismus und
Transport, Handel und Bauwesen, Bildung und Kultur: Kein
Dienstleistungssektor ist grundsätzlich vom GATS ausgenommen. Alle
sollen sie den WTO-Prinzipien des Marktzugangs und der Gleichbehandlung
in- und ausländischer Anbieter unterworfen werden. Die besondere
Brisanz liegt dabei darin, dass Dienstleistungsmärkte weniger durch
klassische Handelshemmnisse wie Zölle geschützt werden, sondern vor
allem durch innerstaatliche Regelungen wie Gesetze, Verordnungen, ökologische
Normen oder soziale Standards. Ziel der GATS-Verhandlungen ist es aber,
sämtlichen innerstaatlichen Regelungen ein möglichst enges Korsett
verbindlicher Rahmenrichtlinien anzulegen. Gerade die öffentlichen
Dienste müssen aufgrund der unklaren GATS-Definition —hoheitlichen
Aufgaben mit verschärftem Wettbewerbsdruck rechnen. Denn sobald sie in
Konkurrenz zu privaten Anbietern erbracht werden, was vielfach ohnehin
schon der Fall ist, findet das Abkommen Anwendung. Das GATS zielt dabei
u.a. darauf ab, dass staatliche Unterstützungsmaßnahmen (Steuervergünstigungen,
Subventionen etc.) für öffentliche oder im öffentlichen
Auftrag erbrachte Dienste in gleichem Maße ausländischen
Privatanbietern gewährt werden. Effekt dieser zunehmenden Konkurrenz
ist aber, dass die für gemeinwohlorientierte Leistungen verfügbaren öffentlichen
Mittel weiter sinken werden. Einmal mehr bleiben all die negativen
Erfahrungen mit bisherigen Liberalisierungen und Privatisierungen öffentlicher
Dienste -Qualitätseinbußen, Preissteigerungen, erschwerter Zugang
für Arme, Entlassungen, Lohnsenkungen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse -unberücksichtigt.
Denn obwohl die WTO verpflichtet ist, die Auswirkungen des GATS zu
untersuchen, ist es dazu bisher nicht gekommen. Eine Abschätzung der
sozialen, ökologischen und entwicklungspolitischen Folgen fordern
aber viele Entwicklungsländer, soziale Bewegungen, Gewerkschaften und
nicht zuletzt die Enquete-Kommission 'Globalisierung der Weltwirtschaft'
des deutschen Bundestags." Was ist das GATS? von Thomas Fritz
(Blue21, WEED, attac AG WTO und Welthandel)
Bis Ende Juni 2002 konnten alle WTO
Mitgliedsländer Marktöffnungsforderungen an die anderen Länder übermitteln.
In dem zweiten Schritt, bis Ende März 2003 erklären diese was sie
jeweils bereit sind zu liberalisieren. Bis Ende 2004 sollen die
Verhandlungen abgeschlossen sein. Diese laufen übrigens streng Geheim
nicht nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit sondern auch der
Parlamentarier statt. Für die EU verhandelt der EU Handelskommissar
Pascal Lamy. Vorbereitet wird seine Position im ebenfalls geheimen, so
genannten 133 Ausschuss der EU Kommission. An die Verhandlungsdokumente
kommen auch die Europaparlamentsabgeordnete nicht heran, die sind
unter strengster Vertraulichkeit nur jeweils einem Fraktionsmitglied aus
dem Industrie und Außenhandelsausschuss (in dem das Thema im EU
Parlament behandelt wird) zugänglich gemacht worden. Das Parlament hat
in Handelsfragen leider auch überhaupt kein Mitspracherecht und ist auf
die Kooperationsbereitschaft der Kommission angewiesen. Kürzlich sind
die Dokumente allerdings irgendwo durchgesickert und nun im Internet öffentlich
geworden.
Termin für die Abgabe der GATS
Angebote konnte nicht einhalten werden!
Eigentlich hätte vorgestern, am 31.
März die Angebotslisten aller WTO Staaten nach Genf übermittelt
werden sollen. Allerdings war es der EU nicht möglich, diesen Termin
einzuhalten, da sich die Staaten nicht auf eine gemeinsame
Angebotsliste einigen konnten, nicht zuletzt auch wegen des
Widerstands Deutschlands und der Zivilgesellschaft als solcher. Eine
Einigung wird nun für den 14. April beim EU Außenministertreffen
angestrebt.
Auch außerhalb Europas scheinen die
Bedenken gegen das GATS Akommen zu wachsen, denn kaum ein Land wird
seine Angebote fristgerecht bei der WTO einreichen, wie am
10.03.03 von Hamid Mamdouh, dem zuständigen GATS Direktor des
WTO Sekretaritat deutlich wurde. Selbst bis zum Start der
Verhandlungsrunde im September werden von den 145 Mitgliedsländern
nur noch von etwa 30 Angebote erwartet.
Es gibt einmal die Liste der Europäischen
GATS-Forderungen an 109 Länder, unter http://www.polarisinstitute.org/gats/main.html.
Weiterhin sind auch die Entwürfe der GATS
Angebote der EU http://www.gatswatch.org/docs/eu-draftoffer-1.pdf öffentlich
geworden.
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