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Dr.
André Brie am 29. Januar 2004:
Zur Ankündigung des EU-Außenbeauftragten
Javier Solana in Stockholm, Europa werde eine aktive Rolle bei der
Verhinderung von Völkermord und Vertreibungen einnehmen, erklärt der
PDS-Europaabgeordnete André Brie:
„Die
deutliche Positionierung der Europäischen Union war überfällig. Ob auf
dem Balkan oder in Tschetchenien, ob im Mittleren Osten oder in Afrika –
bislang übten sich die EU und ihre Mitglieder, oftmals aus durchsichtigen
politischen und wirtschaftlichen Interessen, bei Vertreibungen und
drohendem Völkermord zumeist in Schweigen und Tatenlosigkeit.
So
begrüßenswert ein aktives Engagement der EU gegen Genozid und ethnische
Säuberungen ist, so untauglich sind jedoch die Mittel, die der EU-Außenbeauftragte
dafür vorschlägt. Javier Solana hat den UN-Generalsekretär gründlich
missverstanden, wenn er auf ‚robuste Interventionen‘ setzt. Gerade
neue militärische Abenteuer will Kofi Annan mit seiner Initiative
verhindern, die auf friedliche Konfliktprävention und –lösung setzt.
Die von USA und NATO geführten „humanitären Kriege“ – das belegen
Somalia, Jugoslawien, Afghanistan oder Irak – sind selbst nichts anderes
als Verstöße gegen das Völker- und Menschenrecht. Es wäre dringend
notwendig, dass die Europäische Union zu einer wirklichen Alternative zum
hegemonialen militärischen Interventionismus der USA beitrüge. Ihre
Grundzüge wären 1) die uneingeschränkte Achtung der UN-Charta, 2) die
entschiedene Stärkung der UNO, 3) Multilateralismus, 4) konsequente statt
interessengeleiteter Menschenrechtspolitik, 5) ursachenorientierte, präventive,
zivile Sicherheitspolitik, 6) Verbot von Rüstungsexporten.
Europa
hat die Verantwortung und die Möglichkeiten, dazu beizutragen, Genozide
und Vertreibungen mit politischen Mitteln, mit nachhaltiger und
effizienter Entwicklungshilfe, mit diplomatischen Initiativen zu
verhindern. Allerdings müssen den Worten endlich auch Taten folgen.“
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