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Zu den jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten
und des britischen Premierministers zum Irak-Konflikt erklärt der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie:
USA suchen Vorwand
„Washington
setzt alles daran, einen Vorwand für den Krieg gegen Irak zu schaffen.
Wenn der US-Präsident erklärt, die UNO-Inspektionen seien ‚wenig
ermutigend‘ und sein Sprecher betont, die irakische Erklärung zu den Rüstungsprogrammen
werde auf jeden Fall gegen Bagdad ausgelegt, dann kann dies nur als Ankündigung
eines Militärschlags verstanden werden. Und dies, obgleich die
Inspektoren bislang weder Beweise für die Existenz irakischer
Massenvernichtungswaffen gefunden haben, obgleich Bagdad auch die
umstrittenen Kontrollen von Präsidentenpalästen zulässt, obgleich
UN-Generalsekretär Kofi Annan ausdrücklich die Kooperationsbereitschaft
der Behörden Iraks lobte.
Dass
angesichts dieser Fakten auch London erneut seinem atlantischen Partner
beispringt, kann kaum überraschen. Allerdings bleibt der britische
Premier Blair wieder einmal Beweise für seine Annahme schuldig, der Irak
verfüge über Massenvernichtungswaffen. Besonders zynisch wirkt dabei,
dass die britische Regierung zur propagandistischen Rechtfertigung eines möglichen
Kriegs auch auf Menschenrechtsverletzungen in den 80er Jahren im Irak
verweist – einer Zeit, in der Bagdad von westlichen Staaten hofiert
wurde. Die Ermordung Tausender Kurden in Halabja im März 1988 war auch
von London toleriert worden. Großbritannien hatte gar nur wenige Tage
nach dem Massaker die Handelskredite für Irak erhöht. Offensichtlich
gelten Menschenrechte und Völkerrecht für London und Washington nur
dann, wenn es ins politische Kalkül passt.“
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