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Dr. André Brie zu
US-Verbrechen in Afghanistan:
Unabhängige Untersuchung
muss Vorgänge prüfen!
Europaabgeordneter
initiierte Filmpräsentation über Folterung und Ermordung inhaftierter
Taliban unter Beteiligung von US-Soldaten. Augenzeugen: Soldaten brachen
Gefangenen das Genick und übergossen andere mit Säure
Angesichts filmischer
Belege über die Folterung und Ermordung internierter Taliban-Kämpfer
unter Beteiligung von US-Soldaten in Afghanistan hat der
PDS-Europaabgeordnte Dr. André Brie eine unabhängige internationale
Untersuchung der Vorgänge, insbesondere durch das Internationale Komitee
vom Roten Kreuz, gefordert. „Die Aufnahmen und die Zeugenbefragungen
beweisen, dass sich die USA in Afghanistan schwerster
Menschenrechtsverletzungen schuldig machen“, erklärte Brie am Mittwoch
in Berlin. Der Abgeordnete hatte gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden
der PDS im Bundestag, Roland Claus, einen Dokumentarfilm des bekannten
britischen Dokufilmers Jamie Doran über die Behandlung mutmaßlicher
Taliban- und El-Kaida-Kämpfer in Afghanistan vorgestellt. Kommentiert
werden die Aufnahmen von dem Menschenrechtsanwalt und früheren
Vorsitzenden der britischen Sektion von Amnesty International, Andy
McEntee. Der Europaabgeordnete, der seit längerem mit Doran in Kontakt
steht, hatte sich für die Veröffentlichung der Aufnahmen stark gemacht.
In dem Film, der unter größter
Geheimhaltung und Gefahr für die Autoren aufgenommen wurde, werden erschütternde
Aussagen dokumentiert: „Ich habe gesehen, wie ein amerikanischer Soldat
einem Gefangenen das Genick gebrochen und einen anderen mit Säure übergossen
hat“, so ein Augenzeuge. Ein anderer beschreibt, wie Inhaftierten Finger
und Zunge abgeschnitten wurden. Insgesamt sollen in Mazar etwa Dreitausend
Gefangene gefoltert und erschossen worden sein.
„Angesichts
dieses Materials ist es für die Bundesregierung an der Zeit, die Politik
der ‚uneingeschränkten Solidarität‘ mit den USA aufzugeben“, erklärte
Brie. „Die mit dem Film belegten Verbrechen müssen von der
Bundesregierung offen angesprochen werden. Notwendig ist endlich eine
emanzipierte europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Gefordert sind
daher auch die Europäische Kommission und das Europaparlament, um weitere
Verstöße gegen die Menschenrechte zu verhindern. Es zeigt sich endgültig,
dass der Krieg kein Mittel gegen den internationalen Terrorismus ist,
sondern selbst Terrorismus und barbarische Verrohung hervor bringt.“
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