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André
Brie: Washington geht in Afghanistan über Leichen
Abgeordneter
fordert erneut Aufklärung über US-Vorgehen/ Untersuchung
durch Europaparlamentarier in Vorbereitung
Angesichts
neuer US-amerikanischer Presseberichte über den Tod von Zivilisten in
Afghanistan hat der PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie eine rückhaltlose
Aufklärung des Washingtoner Vorgehens in dem Land gefordert.
„Offensichtlich geht die Bush-Administration in ihrem ‚Krieg gegen den
Terrorismus‘ über Leichen“, erklärte Brie am Montag in Berlin. Am
Sonntag hatte die „New York Times“ berichtet, durch „militärische
Fehlgriffe“ der US-Luftwaffe und den „übertriebenen Einsatz von
Bomben“ seien hunderte afghanische Zivilisten getötet worden. Nach
Angaben von Wissenschaftlern aus den USA sei die Zahl der zivilen
Todesopfer jedoch noch erheblich größer, merkte der Abgeordnete an.
„Daneben
besteht der begründete Verdacht, dass US-Militärs Massaker an gefangenen
Taliban- und El-Kaida-Kämpfern geduldet haben oder sich sogar daran
beteiligten“, so Brie weiter. Im Juni hatte der Europaabgeordnete
gemeinsam mit der PDS-Bundestagsfraktion einen Film des irischen
Dokfilmers Jamie Doran über die Behandlung mutmaßlicher Taliban- und
El-Kaida-Angehöriger in Afghanistan vorgestellt. In der Dokumentation,
die unter größter Geheimhaltung und Gefahr für die Autoren erstellt
wurde, wird über offensichtliche Menschenrechtsverbrechen unter den Augen
von US-Soldaten berichtet.
„Inzwischen
gibt es weitere Indizien, unter anderem Aussagen von Korrespondenten, die
diese Vorwürfe als begründet erscheinen lassen,“ so Brie. Eine Reise
von Abgeordneter verschiedener Fraktionen des Europäischen Parlaments
nach Afghanistan zur Prüfung der Vorwürfe sei in Vorbereitung und wird
Ende August/Anfang September stattfinden. „Eine Untersuchung dieser Vorgänge
kann dazu beitragen, weitere Verstöße gegen die Menschenrechte in
Afghanistan zu verhindern“, betonte der Parlamentarier.
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