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Dr.
André Brie am 12. Mai
2004:
Berichterstatter des
Europaparlaments verweist auf Berichte über schwerste
Menschenrechtsvergehen: Vorwürfe gegen
US-Militär in Afghanistan vollständig aufklären!
Vor dem Hintergrund der
Missbrauchsvorwürfe gegen US-Soldaten in Afghanistan hat der
PDS-Europaabgeordnete André Brie auch die Aufklärung weiterer mutmaßlicher
Kriegsverbrechen des amerikanischen Militärs in dem Land am Hindukusch
gefordert. „Die jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe sind keineswegs die
ersten Hinweise auf schwere Menschenrechtsvergehen in Afghanistan“, erklärte
der Afghanistan-Berichterstatter des Europaparlaments am Mittwoch in
Berlin. So sei bereits in dem 2002 von dem irischen Journalisten Jamie
Doran vorgestellten Dokumentarfilm „Der Konvoi des Todes“ nachprüfbar
über Folter und die mutmaßliche Ermordung Tausender Kriegsgefangenen im
November 2001 berichtet worden. Die Morde wurden offensichtlich von
anwesenden US-Soldaten geduldet. Laut Zeugenaussagen haben sich
amerikanische Militärangehörige auch direkt an der Mißhandlung und der
Ermordung mutmaßlicher
Taliban-Kämpfer beteiligt. „Das Pentagon hat seinerzeit die Vorwürfe
bestritten, eine unabhängige Prüfung jedoch nicht zugelassen“, so
Brie. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen hatten die Berichte als
glaubhaft eingeschätzt.
Der PDS-Politiker rief Bundesaußenminister
Fischer auf, bei dessen Besuch in Washington die offensichtlichen
Menschenrechtsvergehen der US-Truppen in Irak und Afghanistan zu
thematisieren und diese Vorfälle nachdrücklich zu verurteilen. „Wenn
Deutschland heute offen den Willen erklärt, als ständiges Mitglied in
den UN-Sicherheitsrat einzuziehen, muss für Berlin die Achtung des Völkerrechts
und der Menschenrechte höchste Priorität haben.“
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