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Dr.
André Brie am 12. Juni 2003:
Europaabgeordneter
André Brie bestätigt in Afghanistan Ersuchen von Regierung und
UN-Vertreter:
Kabul
bittet um internationale Unterstützung für Aufklärung möglicher
Kriegsverbrechen an Gefangenen
Der
Vertreter des UN-Generalsekretärs für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, und
der afghanische Außenminister Abdullah Abdullah haben um internationale
Unterstützung bei der Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen in
Afghanistan nachgesucht. Die Politiker hatten sich in den vergangenen
Tagen an die Regierungen der USA, Großbritanniens, Deutschlands und der
Niederlande mit der Bitte um Hilfe bei der Untersuchung der mutmaßlichen
Massaker an gefangenen Taliban im Norden Afghanistans gewandt. Dies bestätigten
sie am Donnerstag in Gesprächen mit einer Delegation des Europäischen
Parlaments, wie der Abgeordnete André Brie aus Kabul mitteilte.
Es
gebe „sehr ernste Hinweise“ und Zeugenaussagen auch gegenüber der UNO
für „grauenhafte Ereignisse“, erklärten Brahimi und Abdullah. Die UN
benötigten finanzielle Unterstützung für die Untersuchung der Vorgänge
und vor allem für die Gewährleistung der Sicherheit des
Untersuchungsteams und der Zeugen. Nach
den Berichten dieser Zeugen sind im November 2001 Tausende afghanische
Kriegsgefangene in Mazar-i-Sharif unter den Augen von US-Soldaten ermordet
worden.
Der
PDS-Politiker André Brie, der als einziges deutsches Mitglied der
Delegation des Europaparlaments angehört und sich seit langem für die
Aufklärung der Ereignisse in Mazar-i-Sharif einsetzt, forderte die
Bundesregierung auf, unverzüglich eine entsprechende Unterstützung zu
gewähren und auch gegenüber den USA und Großbritannien in dieser
Hinsicht aktiv zu werden. Die Delegation des Europäischen Parlaments wird
am Montag auch selbst in die nordafghanische Stadt reisen.
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