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Europäisches Parlament wendet sich gegen
die Nichtratifizierung des Teststoppvertrages durch den US-Senat
Strasbourg, 28. November 1999
In einer gemeinsamen
Entschließung der Konservativen, der Sozialdemokraten, der Liberalen, der
Grünen und der Vereinigten Europäischen Linken hat sich das Europäische
Parlament heute gegen die Nichtratifizierung des Vertrages über das
Verbot der Kernwaffenversuche durch den amerikanischen Senat
ausgesprochen. Die Initiative dafür war maßgeblich von der Vereinigten
Linken ausgegangen. Es gehört zu den in Deutschland kaum vorstellbaren,
im EP aber üblichen Gepflogenheiten, dass auch Vorschläge der
Sozialisten und Kommunisten breite Unterstützung finden.
Ihre
Enttäuschung drückten vor dem Parlament auch Ratspräsident Kimmo Sasi
und EU-Kommissar Chris Patten aus. Übereinstimmend wurde die Bedeutung
eines umfassenden nuklearen Teststopps für die atomare Abrüstung und die
Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen betont.
Luisa Morgantini erklärte für die Fraktion der Vereinigten Europäischen
Linken/Nordisch Grüne Linke, das Votum des Senats sei ein
unverantwortlicher Akt und gefährde die Hoffnung, dass Ähnliches wie in
Hiroshima und Nagasaki unwiederholbar bleibe. Dass es offensichtlich vor
allem innenpolitische Beweggründe seien, die dazu geführt hätten, mache
das Ganze noch schlimmer. Morgantini forderte ebenso wie der
SPD-Abgeordnete Jannis Sakellariou Initiativen des Europäischen
Parlaments für die vollständige Eliminierung der Kernwaffen.
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