|
Dr.
André Brie am 22. September 2003:
Europaabgeordnete fordern Schutz kurdischer
Bevölkerung in Syrien - PDS-Politiker
André Brie initiierte fraktionsübergreifende Erklärung.
EU-Kommission zum Handeln aufgerufen
Mit einer Initiative im Europäischen
Parlament wollen Abgeordnete verschiedener Fraktionen die Rechte der
kurdischen Bevölkerung in Syrien sichern. In der vom PDS-Politiker André
Brie initiierten Erklärung werden Parlament und EU-Kommission zu Maßnahmen
zum Schutz und zur gesellschaftlichen Reintegration der Bevölkerungsgruppe
aufgefordert. Mitunterzeichner des Dokuments sind die Parlamentarier Willi
Görlach (SPE), Joost Lagendijk (Grüne/EFA)und Philippe Morillon (EVP).
„Die Bürger- und Menschenrechte der 2,4
Millionen syrischen Kurdinnen und Kurden werden von der Regierung in
Damaskus in eklatanter Weise verletzt“, erklärte Brie am Montag in Straßburg.
So sei nach der Sondervolkszählung 1962 etwa 120.000 Kurdinnen und Kurden
die Staatsbürgerschaft aberkannt worden. „Faktisch wurden diese
Menschen damit zu Staatenlosen im eigenen Land, die weder einen Pass
beantragen, noch heiraten, ihre Kinder registrieren oder einschulen lassen
können.“ Der Abgeordnete verwies zugleich auf Angaben kurdischer
Organisationen, nach denen Hunderttausende Kurdinnen und Kurden ausgebürgert,
von ihrem Grund vertrieben oder umgesiedelt wurden.
In der Erklärung der Abgeordneten wird die
Regierung Syriens aufgefordert, die nach 1962 entrechteten Kurdinnen und
Kurden wieder in die Staatsbürgerschaft einzusetzen und diese auch deren
Kindern zuzuerkennen. Daneben sollen alle politischen und kulturellen
Rechte der kurdischen Minderheit ohne Einschränkung gewährleistet
werden. Die EU-Kommission und den Rat riefen die Parlamentarier auf, die
Menschenrechtsverletzungen gegenüber Damaskus deutlich zum Ausdruck zu
bringen. Daneben müsse die Situation der Kurdinnen und Kurden,
insbesondere im Rahmen des künftigen Assoziationsabkommens, genau überwacht
werden.
|