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PDS-Europaabgeordneter
Dr. André Brie regt Sonderaktionsprogramm für Grenzregionen an
Der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie hat dazu aufgerufen, die Ängste der
Menschen vor Arbeitsplatzverlust im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung
ernst zu nehmen. Dies betreffe sowohl die Bürger in den bisherigen
EU-Staaten, noch stärker aber die Bevölkerung in den Beitrittsländern,
erklärte Brie, der zugleich Berichterstatter im Sozial- und Beschäftigungsausschuss
des Europaparlaments zu Fragen der Grenzregionen ist, am Freitag auf einem
deutsch-tscheschichen Seminar zu arbeitsmarktpolitischen Konsequenzen der
EU-Osterweiterung. In einer von Brie vorgestellten Studie zu der Thematik
führte der PDS-Abgeordnete aus, dass die Handelsbedingungen zwischen der
EU-15 und den mittel- und osteuropäischen Kandidatenländern zwar schon
heute weitgehend denen zwischen EU-Mitgliedern entsprechen, die Handelsströme
jedoch asymmetrisch ausfallen. Die EU habe einen deutlichen Handelsbilanzüberschuss,
der sich künftig noch vergrößern werde. „Geht es auf dem bisherigen
Pfad weiter, so sind die bisherigen EU-Mitgliedstaaten klar die Profiteure
verstärkten Handels im Zuge der Erweiterung – allen voran Deutschland
und Österreich“, so Dr. André Brie.
Kritisch
setzte sich der PDS-Europaabgeordnete mit der Situation in den
Grenzregionen zwischen Deutschland, Polen und Tschechischer Republik
auseinander. Das Wohlstandsgefälle in diesen Gebieten sei nach wie vor
sehr groß. Nötig ist nach Ansicht Bries ein Sonderaktionsprogramm
für die Grenzregionen mit einem ganzheitlichen Ansatz, das flächendeckende
Globalzuschüsse zur Umsetzung integrativer operationeller Programme der
Struktur- und Regionalförderung in den betroffenen Regionen bereit
stellt. Dies sollte zugleich eine globale Gemeinschaftsfinanzierung, die
über die in den Bestimmungen der Strukturfonds (EFRE, ESF, EAGFL) und
deren Zielgebietsdefinitionen hinausgeht, beinhalten. Fördermittel in den
Grenzregionen sollten auch außerhalb des enger definierten geografischen
Einsatzbereiches der Fonds ermöglicht werden, regte Dr. Brie an.
Daneben
sprach sich der Europaabgeordnete grenzüberschreitende regionale Beschäftigungspakte,
die Institutionalisierung eines Wirtschafts- und Sozialausschusses in den
Euregios, die Schaffung grenzüberschreitender
Arbeitsmarktbeobachtungsstellen sowie den Ausbau des
Arbeitsvermittlungsnetzes EURES und grenzüberschreitende Ausbildungsgänge
aus. Nur durch eine Bündelung der verschiedenen Maßnahmen könne die
dramatische wirtschaftliche und soziale Lage in den Grenzregionen
langfristig verbessert werden.
Die
Studie kann über das Europa- und Bürgerbüro von Dr. André Brie, Martinstraße
1, 19053
Schwerin, Tel:
(0385) 581 57 33, Fax:
(0385) 581 57 34, E-Mail:
brie.europabuero@t-online.de
kostenfrei bestellt werden.
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