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Brie
kritisiert Politik der EU im Schiffbausektor
Konkurs
der Szczeciner Werft
Vor
dem Hintergrund des Konkurses der Szczeciner Werft hat der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie scharfe Kritik an der Europäischen
Kommission geäußert. „Die globale Standortkonkurrenz, wie sie von der
Welthandelsorganisation WTO und der Europäischen Union voran getrieben
wird, erweist sich als höchst problematisch für die Werftindustrie in
der EU und den Beitrittsländern“, erklärte Brie am Donnerstag in Straßburg.
„Obgleich die Wettbewerbsverzerrungen massiv sind, unternimmt die
Kommission kaum wirkungsvolle Anstrengungen, dies zu ändern.“ So habe
der Ende April von der EU-Kommission vorgelegte 5. Schiffbaubericht weder
eine Erholung des Marktes noch eine Änderung bei den Geschäftspraktiken
südkoreanischer Werften festgestellt, die mit Dumpingpreisen die
WTO-Regeln verletzten. „Ein Konzept zur Lösung dieser Probleme hat die
Kommission jedoch nicht erkennen lassen“, so der Abgeordnete. Brie bemängelte
zugleich, dass die Marktliberalisierung im Schiffbausektor nicht durch
soziale und auch ökologische Standards ergänzt wird. Allein auf der
Werft in Szczecin (Stettin) droht nach der Insolvenzerklärung vom
Mittwoch der Verlust von 5.000 Arbeitsplätzen.
In
diesem Zusammenhang mahnte der PDS-Parlamentarier abermals faire
Wettbewerbsbedingungen für die ostdeutsche Schiffbauindustrie an. Der
EU-Ministerrat hatte Mitte der 90er Jahre für die vier Seewerften in
Mecklenburg-Vorpommern Modernisierungs-Beihilfen genehmigt, ihnen zugleich
aber Produktionsbeschränkungen auferlegt. Ausdrücklich begrüßte der
Europa-Abgeordnete das jüngst getroffene Urteil des EG-Gerichts erster
Instanz, das die Rückzahlung von Beihilfen durch die Rostocker
Kvaerner-Werft wegen Kapazitätsüberschreitungen zurück gewiesen hatte.
„Allerdings geht es nicht um Einzelschritte, sondern um eine generelle
Änderung der EU-Politik im Schiffbau und gegenüber den ostdeutschen
Werften“, betonte Brie.
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