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André
Brie, Erklärung zur Stimmabgabe im Namen der Fraktion der Vereinten Europäischen
Linken in der Debatte des Europäischen Parlaments am 30. Mai 2002 über
die europäische Schiffbaupolitik:
Die
Europäische Union muss aktiv werden!
Sehr
geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kommissar,
das
heutige Thema beschäftigt uns leider nicht zum erstenmal. Und leider hat
sich in den vergangenen Monaten nichts zum Besseren verändert. Obwohl die
Kommission in ihrer Untersuchung der internationalen Wettbewerbssituation
Dumpingpraktiken und krasse Wettbewerbsverzerrung festgestellt hat, sind
Rat und Kommission bisher nicht bereit und fähig, die europäische
Schiffbauindustrie wirksam zu unterstützen. Es ist natürlich auch zu
einfach, nur auf die Subventionspolitik in Südkorea zu verweisen. Die
bestehende Lage ist durchaus auch Ergebnis der Politik globaler
Standortkonkurrenz, wie sie die Mitgliedstaaten und die Kommission in der
WTO vorantreiben.
Unlängst
erreichte uns die Nachricht über den Konkurs der modernen Szecziner Werft
in Polen. Tausende Arbeitsplätze sind verloren gegangen in einem Land,
das mit dem EU-Beitritt ohnehin vor weitreichenden Umbrüchen steht.
Niemand in Europa kann und darf darauf hoffen, dass er davon profitieren
wird. Die europäischen Werften befinden sich in vielen Fällen in
strukturschwachen Gebieten. Hier geht es um dramatische beschäftigungspolitische
Konsequenzen, hier geht es um eine Industriepolitik, die weit über die
Wirtschaft hinaus für die betroffenen Regionen bedeutsam ist. Deshalb können
und werden wir die praktische Untätigkeit von Rat und Kommission nicht
akzeptieren.
Natürlich
erwarten wir weitere internationale Anstrengungen zur Lösung des
Problems. Aber so lange es keine fairen internationalen Bedingungen für
die europäischen Werften, vor allem bei Containerschiffen und Tankern,
gibt, fordern wir die Wiedereinführung der am 31. Dezember 2000
eingestellten Beihilfen für den Schiffbau und ihre Ausdehnung auf
Gastankschiffe, Fähren, Ro-Ro-Schiffe.
Meine
Fraktion unterstützt daher die gemeinsame Entschließung des Parlaments
uneingeschränkt und fordert die Kommission auf, diese Maßnahmen schnell
umzusetzen.
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