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Dr. André Brie zu deutschtümelnden Äußerungen
der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium,
Brigitte Schulte:
Neorevanchismus aus dem Hause Scharping
In
scharfer Form hat der PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie auf Äußerungen
der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium,
Brigitte Schulte, reagiert. Die SPD-Politikerin hatte laut Presseberichten
bei einem Besuch des Trinationalen Korps Nord-Ost in Stettin (Szczecin)
erklärt, die Region um die Stadt sei „ursprünglich deutsch“, weil
vor den Pommern dort die Gothen gesiedelt „und ganz sicher was
hinterlassen“ hätten. Zudem verlangte die Staatssekretärin, dass die
Polen „hier endlich Deutsch lernen“ sowie Straßen- und Ortsschilder
zweisprachig sein müssten.
„Offensichtlich
reichen neorevanchistische Tendenzen bis in die Chefetagen des
Verteidigungsministeriums“, erklärte Brie. „Es ist ein kaum fassbarer
Skandal, dass aus dem Hause Scharping Gedankengut verbreitet wird, das gefährlich
schwelende, nationalistische Resentiments aufgreift." Der
Europaabgeordnete forderte den Bundesverteidigungsminister auf, umgehend
Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen.
"Die
Bundesregierung ist gefordert, unmissverständlich deutlich zu machen,
dass die Äußerungen von Frau Schulte nicht im Zusammenhang mit der
ohnehin bedenklichen Haltung der Bundesregierung bei der EU-Erweiterung
stehen“, sagte Brie weiter. „Schon die vor allem von Berlin getragene
Benachteiligung der Beitrittsländer bei den Agrardirektzahlungen hat in
Polen zu Verstimmungen geführt. Der Auftritt der Staatssekretärin in
Stettin dürfte die Befürchtungen in Polen noch verstärken, dass es sich
bei der EU-Osterweiterung um ein diskriminierendes Projekt handelt.“
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