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Dr.
André Brie am 06. Oktober 2003:
PDS-Europaabgeordneter
André Brie bezeichnet Antwort auf parlamentarische Anfrage als
„Skandal“
EU-Ministerrat lehnt
Mitverantwortung für Bekämpfung antisemitischer Tendenzen in Europa ab
Der EU-Ministerrat sieht
trotz zunehmender antisemitischer Tendenzen in Europa keine Veranlassung
zur aktiveren Bekämpfung dieser Entwicklung. Zwar zeigte sich der Rat in
einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Europaabgeordneten
André Brie „besorgt über eine mögliche Zunahme antisemitischer
Ausschreitungen“. Eine Mitverantwortung für die Aufklärung über die jüdische
Geschichte oder für praktische Maßnahmen zur Eindämmung antisemitischer
Vorfälle lehnte der Ministerrat in dem jetzt eingegangenen Schreiben
jedoch ab. Brie hatte das Gremium im Frühjahr angesichts der wachsenden
Zahl und Schwere der Übergriffe zum Handeln aufgefordert.
Der PDS-Politiker
bezeichnete die Reaktion des Rats am Montag in Brüssel als „Skandal“.
„Damit mißachtet der Ministerrat nicht nur verschiedene EU-Richtlinien,
er verletzt auch die Grundrechtecharta, die das Diskriminierungsverbot in
Verfassungsrang erhebt, schon vor deren endgültigen Verabschiedung. Noch
verheerender ist das politische Signal, das mit der Tatenlosigkeit gegenüber
antisemitischen Umtrieben gesetzt wird.“
Brie
forderte in diesem Zusammenhang, die Kompetenzen der Europäischen Stelle
zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auszuweiten. „Die
Erfassung von rassistischen Vorfällen und Entwicklungen kann nur ein
erster Schritt sein. Nötig ist vor allem eine auf europäischer und
nationaler Ebene abgestimmte Politik zur wirksamen Bekämpfung solcher
Tendenzen.“
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