|
Dr.
André Brie am 31.- März 2004:
EP-Berichterstatter Brie ruft
EU zur Unterstützung von Wahlen in Afghanistan auf
Der Europaabgeordnete André Brie
hat die Europäische Union aufgerufen, die Durchführung der Parlaments-
und Präsidentschaftswahlen in Afghanistan gezielt zu unterstützen.
„Die Verschiebung der Wahlen ist nicht zuletzt dem zunehmenden
Desinteresse an der Entwicklung in dem Land und dem mangelnden politischen
und finanziellen Engagement der westlichen Staaten geschuldet“, erklärte
der PDS-Politiker unmittelbar vor Beginn der Berliner
Afghanistan-Konferenz in Straßburg. „Es zeigt sich immer deutlicher,
dass die Konzentration auf eine militärische statt einer politischen und
sozialen Befriedung gescheitert ist.“ Der afghanische Präsident Hamid
Karsai hatte am vergangenen Wochenende die ursprünglich für Juni
vorgesehene Abstimmung wegen "„logistischer Probleme und
Sicherheitsbedenken“ auf September verschoben.
Brie
verwies darauf, dass das Europaparlament in dem Mitte Februar mit großer
Mehrheit angenommenen Afghanistan-Bericht die Abhaltung freier Wahlen als
einen wesentlichen Schritt zur demokratischen Entwicklung bewertet hatte.
„Es kann nicht zugelassen werden, dass eine weitere gesellschaftliche
Stabilisierung durch die zögerliche Auszahlung der zugesagten
Finanzhilfen behindert wird.“ Ohnehin würden die in Aussicht gestellten
Hilfen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Finanzbedarfs zum
Wiederaufbau des zerstörten Landes abdecken, betonte der
Afghanistan-Berichterstatter des Europaparlaments. „Wenn die Bekämpfung
von Unterentwicklung und Armut nicht nur ein Lippenbekenntnis war, müssen
am Ende der Berliner Konferenz konkrete Hilfszusagen, verbunden mit einem
Zeitplan zu Ausreichung der Mittel, stehen.“
|