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Dr. André Brie am 11. Oktober 2004:
Berichterstatter des Europäischen
Parlaments sieht Versagen von Besatzungsmächten und EU
Demokratisierung in Afghanistan
verstärkt unterstützen
Nach Ansicht des Afghanistan-Berichterstatters des
Europäischen Parlaments, André Brie, sind die Probleme bei den
Präsidentschaftswahlen in dem Land am Hindukusch nicht auf die Vereinten
Nationen, sondern auf das Vorgehen der Besatzungsmächte und der EU
zurückzuführen. „Die offensichtlichen Manipulationen bei der Wahl zeigen,
dass die Konzentration auf militärische Aspekte, auch wenn dies mit dem
Einsatz regionaler Wiederaufbauteams kaschiert wird, für eine nachhaltige
Entwicklung Afghanistans kontraproduktiv ist“, erklärte Brie am Montag in
Brüssel. Noch immer sei die Situation in dem Land katastrophal. „Weder
wurden die Warlords entwaffnet, noch gab es eine effiziente finanzielle
und organisatorische Unterstützung der UN bei der Wahlvorbereitung.“
Kritisch bewertete der PDS-Abgeordnete in diesem Zusammenhang, dass
insbesondere in den westlichen Staaten das Interesse an Afghanistan
kontinuierlich zurück geht. So würden die zugesagten Finanzmittel, die
ohnehin nur einen Bruchteil des Bedarfs ausmachten, nach wie vor
schleppend ausgezahlt. „Gerade heute sind die Gelder für humanitäre Hilfe,
für den Wiederaufbau des Landes und die Errichtung eines handlungsfähigen
Staatswesens wichtiger denn je“, betonte der Parlamentarier.
Brie rief die internationale Gemeinschaft zur
gezielten Unterstützung der Zivilgesellschaft und zu verstärkten
Bemühungen zum Aufbau demokratischer Strukturen in Afghanistan auf. Trotz
der aufgetretenen Probleme sei die erste freie Wahl jedoch ein Erfolg:
„Die Tatsache, dass ein großer Teil der Bevölkerung Afghanistans an der
Abstimmung teilgenommen hat und dass über deren Ablauf offen diskutiert
wird, ist ein wichtiges Signal für die Fortsetzung der Demokratisierung.“ |
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