|
Dr. André Brie am 26. Mai 2004:
Europaabgeordneter sieht Bundesregierung in der
Pflicht - Vorwürfe gegen US-Truppen in Afghanistan vorbehaltlos aufklären
Angesichts neuer Hinweise auf Menschenrechtsvergehen
in afghanischen Gefängnissen unter US-Kontrolle hat der
Afghanistan-Berichterstatter des Europaparlaments, der PDS-Abgeordnete
André Brie, erneut eine umgehende und unabhängige Überprüfung der Vorwürfe
gefordert. „Die im jüngsten Bericht von Amnesty International aufgeführten
Verletzungen elementarster Grundrechte in den Haftanstalten bestätigen
die bereits vorliegenden Informationen und erfordern ein sofortiges
Handeln“, erklärte der Parlamentarier am Mittwoch in Dresden. Amnesty
hatte sich in dem am selben Tag vorgestellten Jahresbericht 2004
„ernsthaft besorgt“ über die Menschenrechtslage in US-geführten Gefängnissen
in Afghanistan gezeigt.
Brie wies zugleich darauf hin, dass auch das Massaker
an Gefangenen in Mazar-i-Sharif im November 2001, das offensichtlich unter
den Augen amerikanischer Soldaten und möglicherweise mit deren
Beteiligung stattgefunden hat, nicht aufgeklärt sei. Der PDS-Politiker
hatte die Veröffentlichung eines Dokumentarfilms des irischen Jounalisten
Jamie Doran über die Vorgänge mit initiiert. „Während das Pentagon
trotz der Zeugenaussagen keinen Handlungsbedarf sah, werden die Berichte
von Menschenrechtsorganisationen als glaubhaft eingeschätzt. Gerade
Deutschland, das in Afghanistan zu den wichtigsten Partnern der USA gehört,
muss sich für die vorbehaltlose Untersuchung der Vorfälle in Mazar
einsetzen.“
|