|
Dr. André
Brie kritisiert
EU-Menschenrechtspolitik -
Klare Position zu US-Praxis
der Überstellung von Verdächtigen an Folterregime gefordert
In der
EU-Menschenrechtspolitik bestehen erhebliche Differenzen zwischen Anspruch
und Wirklichkeit. Das kritisierte der PDS-Europaabgeordnete André Brie am
Mittwoch in Brüssel nach Vorstellung des jüngsten Jahresberichts von
Amnesty International. “Wenn ai feststellt, dass die EU den politischen
Willen zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen in ihren
Mitgliedsstaaten vermissen lasse, wird die Gemeinschaft in einer ihrer
Grundfesten erschüttert. Der im Verfassungsvertrag an vorderste Stelle
gerückte Schutz von Menschenwürde und Menschenrechten existiert
offensichtlich nur auf dem Papier.” Amnesty International hatte
insbesondere die Verletzung von Grundrechten im Zuge der Bekämpfung des
Terrors sowie Rassismus, Diskriminierung von Minderheiten und
Einschränkung des Asylrechts in Europa angeprangert.
Brie
rief die EU und die Regierungen erneut auf, Washington zur Einhaltung der
Menschenrechte anzuhalten. Dies schließe die Forderung nach einem
sofortigen Stopp der Überstellung von Terrorverdächtigen in Staaten, in
denen Folter üblich ist, ein. Der Abgeordnete hatte Ende April mit einer
schriftlichen Anfrage die EU-Kommission auf diese Praxis der
Bush-Administration aufmerksam gemacht.
Schwerin, 25.05.2005
|