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Dr. André Brie am 17.12.2004 zu
EU-Beitrittsgesprächen mit Ankara:
Wer „T“ wie Türkei sagt, muss auch „U“ und „V“
sagen
Ich begrüße die Aufnahme der Gespräche über eine
EU-Mitgliedschaft der Türkei ausdrücklich. Sie sind ein
Vertrauensvorschuss für Ankara, aber ebenso eine Herausforderung und hohe
Verantwortung für die Europäische Union:
Erstens müssen die Gespräche zügig und sachorientiert
geführt werden. Die politische Entscheidung des Europäischen Rats darf
nicht zu einer Hinhaltetaktik gegenüber Ankara in der Verhandlungspraxis
führen.
Zweitens muss die Türkei die Kopenhagener
Beitrittskriterien nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem in der
Realität umsetzen. Gesetzesanspruch und Alltag vor allem für die 20
Millionen Kurdinnen und Kurden klaffen noch immer weit auseinander.
Drittens muss sich die Europäische Union selbst auf
den Beitritt der Türkei vorbereiten. Dazu gehört, die geschlossenen
Verträge einzuhalten. Wenn EU-Kommission, Regierungen und Europaparlament
von Ankara verlangen, das gesamte EU-Recht zu übernehmen, der Türkei aber
zugleich zentrale Rechte vorenthalten wollen, kann nur von einer
"diskriminierenden Partnerschaft" die Rede sein. SPD, Grüne und FDP haben
sich zum Fürsprecher eines solchen Vorgehens gemacht. Wer jedoch „T“ wie
Türkei sagt, muss auch „U“ wie Union und „V“ wie Vertragseinhaltung sagen.
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