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Dr. André Brie am
15.12.2004: PDS-Europaabgeordneter betont Zusammenhang von
EU-Beitrittsverhandlungen und dauerhafter Gewährleistung der
Menschenrechte
„Vertrauensvorschuss“
für Ankara
Als
„Vertrauensvorschuss“ hat der PDS-Europaabgeordnete André Brie die
wahrscheinliche Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei
bezeichnet und entsprechende Gespräche ausdrücklich befürwortet. Einen Tag
vor dem entscheidenden Gipfel in Brüssel betonte der Parlamentarier am
Mittwoch, ein solcher Schritt bedeutete jedoch keinesfalls, dass Ankara
die politischen Kriterien von Kopenhagen bereits erfülle. „Insbesondere
der Alltag von Millionen Kurdinnen und Kurden ist weiterhin von
politischer, sozialer und kultureller Diskriminierung geprägt“, erklärte
Brie in Straßburg. „Gesetzesanspruch und Realität klaffen hier noch weit
auseinander.“ Die breite Kluft zwischen beschlossenen demokratischen
Rechten und undemokratischer Praxis müsse schnell und dauerhaft überwunden
werden.
Gleichwohl seien die
weit reichenden positiven politischen und rechtlichen Reformen, die Ankara
im Hinblick auf die Beitrittsverhandlungen in den vergangenen beiden
Jahren in Angriff genommen habe, anerkennenswert. „Diese demokratischen
Veränderungen und die Durchsetzung der Menschenrechte müssen durch die
Gespräche beschleunigt und unumkehrbar gemacht werden.“ Eine
diskriminierende EU-Mitgliedschaft der Türkei, wie sie im konservativen
Konzept einer "privilegierten Partnerschaft" vorgesehen sei, würde dieses
Anliegen ernsthaft gefährden. |