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Dr.
André Brie am 15. Oktober 2003:
PDS-Europaabgeordneter
ruft Fischer zur Teilnahme an Unterzeichnung von Vereinbarung palästinensischer
und israelischer Politiker auf
Neue Nahost-Initiative
umfassend unterstützen
Als
„einmalige historische Chance“ zur Lösung des Nahost-Konflikts hat
der PDS-Europaabgeordnete André Brie die Initiative prominenter palästinensischer
und israelischer Politiker vom Wochenende in Jordanien bewertet. „Die
Vereinbarung ist ein wichtiger Impuls für ein Friedensabkommen zwischen
den Konfliktparteien“, erklärte Brie am Mittwoch in Florenz.
„Faktisch ist damit erstmals ein vollständiger Vertragsentwurf für
eine Gesamtlösung des Nahost-Problems vorgelegt worden.“ Unter
Ausschluss der Öffentlichkeit hatten die Delegationen, denen unter
anderem Parlamentsabgeordnete und frühere Regierungsmitglieder angehörten,
Übereinstimmung über einen Friedensschluss zwischen Israelis und Palästinensern
erreicht. Beide Seiten waren offensichtlich zu äußerst sensiblen
gegenseitigen Zugeständnissen bereit. Das Papier sieht die Schaffung
eines unabhängigen, entmilitarisierten palästinensischen Staates in
faktisch 100 Prozent der besetzten Gebiete vor. Die israelischen
Siedlungen werden geräumt; Jerusalem soll Hauptstadt sowohl Palästinas
wie auch Israels werden. Das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge
wird im wesentlichen auf den Staat Palästina beschränkt. Zudem wurden
auch Regelungen für die Kontrolle über die religiösen Stätten in
Jerusalem vorgeschlagen.
Brie
forderte die Bundesregierung auf, die Initiative umfassend und auf allen
Ebenen zu unterstützen. „Gerade Außenminister Fischer kann seine
Vermittlerrolle im Nahen Osten nachweisen, indem er diese Vereinbarung in
die internationale Öffentlichkeit bringt und ihre Umsetzung in ein völkerrechtliches
Abkommen forciert“, so der Abgeordnete. Er forderte Fischer auf, mit der
Teilnahme an der geplanten Unterzeichnung des Vertragsentwurfs am 4.
November in Genf die Zustimmung zu der Vereinbarung zu demonstrieren.
In
der Pflicht sieht der PDS-Politiker auch die Europäische Union. „Trotz
ihrer Beteiligung am Nahost-Quartett ist die EU politisch zur
Konfliktbeilegung bislang kaum in Erscheinung getreten“, kritisierte
Brie. „Brüssel muss endlich aktiv werden, damit diese große Chance für
eine dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten nicht abermals verspielt
wird.“
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