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Anfrage von
Euroaabgeordneten André Brie und Erik Meijer zur offensichtlichen
Verschleppung des deutschen Staatsbürgers durch mazedonische Behörden und
US-Spezialkräfte
Fall Khaled al-Masri kommt vor EU-Kommission
Die
Europaabgeordneten André Brie und Erik Meijer (Vereinigte Europäische
Linke) haben die EU-Kommission im Fall des verschleppten Khaled al-Masri
zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der aus dem Libanon stammende
deutsche Staatsangehörige war offensichtlich Ende 2003 von mazedonischen
Beamten entführt, mehr als drei Wochen festgehalten, befragt und
schließlich nach Afghanistan ausgeflogen worden. Dort ist er laut eigenen
Angaben von US-Sicherheitskräften monatelang in Einzelhaft inhaftiert und
unter Anwendung von massivem Druck verhört worden. In den vergangenen
Wochen hatten sich Berichte über die Entführung und Folterung von
Terrorverdächtigen durch US-Spezialkräfte in verschiedenen Staaten
gemehrt.
Ausdrücklich fragten
die Abgeordneten nach Garantien für Reisen nach Mazedonien und die
Sicherheit für EU-Bürger, „dort nicht auf Anfrage eines Nicht-EU Landes
willkürlich seiner Freiheiten beraubt und eventuell sogar verschleppt zu
werden“. Brie und Meijer forderten Aufklärung, ob die Brüsseler Kommission
Kenntnisse über entsprechende Vereinbarungen zwischen Mazedonien und den
USA hat und ob der Fall Khaled al-Masris im Dialog mit Skopje angesprochen
wurde. Die Parlamentarier verwiesen in diesem Zusammenhang auf die für
November erwartete Kommissionseinschätzung zu Beitrittsverhandlungen mit
Mazedonien und sprachen die Erwartung aus, dass der Vorfall in das
Dokument Eingang findet.
Schwerin, 27.04.2005 |