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Dr.
André Brie am 15. Januar 2004
PDS-Europaabgeordneter berichtet über Hinrichtungen
Bundesregierung muss deutlicher Position zu
Menschenrechtsverletzungen in Iran beziehen
Eine klare Positionierung der Bundesregierung zur
Menschenrechtssituation in Iran hat der PDS-Europaabgeordnete André Brie
gefordert. „Die derzeitige Haltung Berlins ist offenbar mehr von
wirtschaftlichen Interessen an dem Land als von der Achtung grundlegender
Bürger- und Menschenrechte geprägt“, erklärte Brie am Donnerstag in
Straßburg. Der Abgeordnete verwies auf ihm vorliegende Berichte, wonach
in diesem Jahr bereits elf Menschen hingerichtet wurden. „Aus den
Informationen geht hervor, dass die Praxis öffentlicher Exekutionen von
Regimekritikern sogar noch verstärkt werden soll.“
Der PDS-Politiker kritisierte zudem, dass sich die
rot-grüne Koalition bisher nicht offen und deutlich gegen die gegenwärtige
weitere Einschränkung demokratischer Grundrechte in Iran ausgesprochen
hat. So hatten die vom Wächterrat abhängigen
Wahlausschüsse nach Angaben des Teheraner Innenministeriums 44,2 Prozent
bzw. 3605 der insgesamt 8157 Kandidatinnen und Kandidaten von der
Parlamentswahl am 20. Februar ausgeschlossen. Auch die
Pressefreiheit bleibe in Iran weiter eingeschränkt. So belege der Anfang
Januar von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ vorgelegte
Jahresbericht 2003, dass Dutzende kritische Journalisten verhaftet wurden;
einige befänden sich nach wie vor im Gefängnis.
„Vom ‚kritischen Dialog‘ früherer Jahre ist
die Bundesregierung offensichtlich zu einer Laisser-faire-Politik übergegangen“,
so der Parlamentarier.„Es geht nicht um eine Einmischung in innere
Angelegenheiten oder die Missachtung kultureller und religiöser
Traditionen“, betonte Brie. „Menschenrechte gelten universell. Mit der
Anwendung doppelten Standards werden die vorsichtige Demokratisierung und
Öffnung, die unter Präsident Chatami eingeleitet und auch von
Deutschland unterstützt wurden, jedoch gefährdet.“
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