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01.12.2005: Zur “Aufklärung” der CIA-Aktivitäten in
der EU erklärt der Europaabgeordnete der Linkspartei, André Brie:
Heiße Luft
Die Entwicklung ist beeindruckend: Am Montag drohte
EU-Justizkommissar Frattini in Berlin öffentlichkeitswirksam jenen
EU-Staaten, die auf ihrem Territorium geheime CIA-Gefängnisse zulassen,
Stimmentzug im Europäischen Rat an. Am Dienstag ließ der Kommissar
durchblicken, er verlasse sich allein auf die Ermittlungen des Europarats
in der Angelegenheit. Am Mittwoch ging Frattini noch einen Schritt zurück
und erklärte, er sehe keinen Anlass, den Berichten über US-Folterstätten
in Europa nachzugehen. Am Donnerstag schließlich wurde bekannt, dass sich
die EU-Ratspräsidentschaft bei ihren Aufklärungsbemühungen offenbar auf
einen unverbindlichen Brief an das State Department beschränkt.
Die Entwicklung ist nicht überraschend: Bei der
Prüfung illegaler CIA-Aktivitäten in Europa hält sich Brüssel schon seit
Monaten zurück. Auf meine Anfrage im Frühjahr nach geheimen Flügen
erklärte die Kommission, sie habe “keine Kenntnis” davon – obwohl
Zeitungen bereits darüber berichteten. Erst als die Hinweise von
Menschenrechtsorganisationen und Medien über Geheimgefängnisse nicht mehr
zu ignorieren waren, wurde Brüssel aktiv – mit einer “technischen
Untersuchung”. Als die Existenz solcher Gefängnisse von allen
EU-Regierungen verneint wurde, gab sich Brüssel, ohne weiter nachzufragen,
zufrieden.
Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen,
dass sich Frattinis starke Worte und ähnliche Äußerungen aus Brüssel bald
als das erweisen, was sie sind: heiße Luft. |
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