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Europaabgeordneter fordert konkrete
Hilfsmaßnahmen und eigenständiges EU-Budget zur Unterstützung Afghanistans
Armutszeugnis für
internationale Gemeinschaft
Als Armutszeugnis für die internationale
Gemeinschaft hat der Europaabgeordnete André Brie den jüngsten UN-Bericht
zur Entwicklung in Afghanistan gewertet: "Die Tatsache, dass Afghanistan
bei Lebensstandard, Sicherheit und selbstbestimmten Leben der Bevölkerung
auf Platz 173 von 178 untersuchten Staaten liegt, zeigt das Desinteresse
gerade des Westens an Wiederaufbau und Demokratisierung am Hindukusch."
Noch immer würden Afghanistan zugesagte Finanzen vorenthalten und
"Entwicklungshilfe" auf die militärische Besatzung verengt, sagte der
PDS-Politiker am Montag in Schwerin. Die UNO hatte am selben Tag in einer
Analyse gewarnt, dass Afghanistan eine gefährliche Entwicklung nehmen
könne, wenn nicht mehr zur Hebung des Lebensstandards getan werde.
Es reiche jedoch nicht, die Situation zu
beklagen, betonte Brie, der den Afghanistan-Bericht des Europäischen
Parlaments erstellt hatte. "Notwendig ist vor allem die konkrete Hilfe zur
Selbsthilfe auf allen Gebieten." Dies schließe wirtschaftliche Fragen
ebenso ein wie die Schaffung eines demokratischen Staatswesens und
nationaler Sicherheitskräfte oder die Unterstützung des Aufbaus eines für
alle zugänglichen Bildungswesens. „Angesichts der dramatischen Lage, die
sich derzeit auch in Hunger und der Zunahme von Infektionskrankheiten
widerspiegelt, ist die Einrichtung einer speziellen und dauerhaften
EU-Haushaltslinie zur Unterstützung Afghanistans unumgänglich.“
21.02.2005
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