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24.11.2005: EP-Berichterstatter Dr. André Brie macht auf Mitverantwortung
des Westens für Drogenproblematik in Afghanistan aufmerksam
Militärmissionen sind keine Entwicklungshilfe
Die offensichtliche Abwendung des Westens von Afghanistan ist eine der
Hauptursachen für die wachsende Drogenproduktion und den steigenden
Rauschgiftkonsum in dem Land am Hindukusch. "Es zeigt sich einmal mehr,
dass Entwicklungsprobleme nicht mit Militärmissionen zu lösen sind",
kommentierte der Abgeordnete (Linkspartei) und
Afghanistan-Berichterstatter des Europaparlaments, André Brie, am
Donnerstag den ersten UNO-Drogenbericht für Afghanistan. Die am selben Tag
vorgelegte Untersuchung des UN-Anti-Drogen-Büros (UNODC) hatte zwar einen
Rückgang der Anbauflächen konstatiert, zugleich aber auf den wachsenden
Konsum von Rauschgift in dem Land verwiesen.
"Wenn Krieg, Exil, Rückkehr und schwere Lebensbedingungen von den UN als
Hintergründe des Drogenkonsums ausgemacht werden, ist das nur die halbe
Wahrheit", so Brie weiter. "Insbesondere die westlichen Besatzungsstaaten
haben es versäumt, gemeinsam mit afghanischen Behörden und Vertretern der
Zivilgesellschaft tragfähige Konzepte zur wirtschaftlichen und sozialen
Entwicklung auszuarbeiten und umzusetzen. Damit werden in jenen Gebieten,
in denen der Opiumanbau und -handel nach wie vor die einzige
Einnahmequelle ist, die Drogen weiter das Leben bestimmen."
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