|
Zu US-Planungen zur Einrichtung ständiger
Stützpunkte in Afghanistan erklärt der PDS-Europaabgeordnete André Brie am
16.03.2005:
Besatzung statt Hilfe
Die jüngsten Nachrichten aus Afghanistan
bilden eine logische Folge: Ende Februar beklagte die UNO den dramatischen
Rückstand bei Lebensstandard, Sicherheit und selbstbestimmten Leben der
Bevölkerung. Am Dienstag hieß es, die ursprünglich für Mai geplante
Parlamentswahl sei aus organisatorischen Gründen kaum durchzuführen. Nur
einen Tag später spielte US-Generalstabschef Richard Myers mit der Idee
ständiger amerikanischer Stützpunkte in dem Land am Hindukusch und die New
York Times veröffentlichte einen Bericht über die Tötung von mindestens 26
Gefangenen in Afghanistan und Irak seit 2002 durch US-Soldaten.
Die jüngsten Nachrichten aus Afghanistan
sind eine logische Folge der Ignoranz und des Versagen der so genannten
internationalen Gemeinschaft: Erst werden zugesagte finanzielle Mittel
vorenthalten und praktische Unterstützung beim Wiederaufbau und bei der
Errichtung eines handlungsfähigen Staatswesens versagt. Dann wird das
Engagement immer mehr auf militärische Aspekte verengt und die
Öffentlichkeit von der Entwicklung in dem asiatischen Staat abgelenkt.
Schließlich wird Afghanistan widerstandslos den USA als Außenposten zur
Umsetzung ihrer globalen Machtpolitik überlassen.
Die Leidtragenden sind einmal mehr die
Menschen in Afghanistan: Statt tatsächlicher Demokratisierung und
konkreter Hilfe bekommt das Land nun offenbar ein dauerhaftes
Besatzungsregime à la Irak.
|