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Dr.
André Brie am 02.09.2003:
PDS-Euroopaabgeordneter
berichtet über geplante Kürzung der Mittel für Wiederaufbau und
Demokratisierung
EU zieht sich in
Afghanistan aus der Verantwortung
Mit
scharfer Kritik hat der PDS-Euroopaabgeordnete André Brie auf die
geplante Kürzung der EU-Mittel für Afghanistan reagiert.
„Offensichtlich ist die vollmundig zugesagte Unterstützung für
Wiederaufbau und Demokratisierung in dem Land eher ein
Lippenbekenntnis“, erklärte Brie, der auch Afghanistan-Beauftragter des
Europaparlaments ist, am Dienstag in Brüssel. Wie der Abgeordnete
mitteilte, habe der Rat der EU die vorgeschlagenen Gelder im laufenden
Jahr von 184 auf 175 Millionen Euro gesenkt und plane auch für die
kommenden Jahre Einschnitte.
„Mit
den Reduzierungen bricht die EU ihre auf der Geberkonferenz in Tokio und
dem Afghanistan-Strategieforum im März gegebenen Versprechen“, so Brie
weiter. Zudem werde die Forderung des Europäischen Parlaments nach verstärkter
Unterstützung des Aufbaus in Afghanistan ignoriert. „Die Regierung von
Hamid Karsai und unabhängige Experten gehen von einem weiteren
Finanzbedarf von 15 bis 20 Milliarden Dollar aus“, hob der
Parlamentarier in diesem Zusammenhang hervor.
Die
Mittelkürzung ist nach Ansicht des Politikers bereits ein Indiz dafür,
dass die Afghanistan-Problematik im Zuge des Irak-Kriegs und dessen Folgen
aus dem Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit gerät. „Statt
tatsächlich Hilfe zu leisten, ziehen sich die USA und die europäischen
Staaten aus der Verantwortung und setzen auf untaugliche militärische Maßnahmen“,
sagte Brie mit Verweis auf den geplanten Einsatz von
„Wiederaufbauteams“ der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus.
„Damit werden nicht Entwicklung und Stabilität gefördert, sondern die
Besatzung zementiert.“
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