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André Brie am 27.08.2003:
Europaabgeordneter kritisiert Ausweitung
des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan
Beitrag zur Instabilität
Als einen „Beitrag zur Instabilität und
zur Legitimierung der langfristigen militärischen Okkupation“ hat der
PDS-Europaabgeordnete André Brie die Entscheidung des
Bundessicherheitskabinetts gewertet, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan
auf die Stadt Kundus auszuweiten. „Die bisherige Erfahrung zeigt, dass
Sicherheit und Stabilität in Afghanistan nicht mit verstärkten militärischen
Aktionen und dem Ausbau der Truppenpräsenz erreicht werden können“,
sagte der Politiker am Mittwoch am Rande einer Konferenz in Bratislava.
Gerade in Regionen, in denen US-amerikanische „Wiederaufbauteams“
eingesetzt sind, sei die Zahl gewaltsamen Zwischenfälle gestiegen. „Für
die internationalen Hilfsorganisationen bedeutet der Einsatz solcher Teams
sogar eine größere Gefahr, weil sie sich damit faktisch in einer militärischen
Zone bewegen.“ Nicht zuletzt könnte durch die Verbindung mit militärischen
Maßnahmen die Tätigkeit der Organisationen diskreditiert werden.
Brie kritisierte zugleich, dass mit dem
Beschluss das Mandat der internationalen Stabilisierungstruppe in Frage
gestellt wird. „Das ISAF-Mandat sieht den Einsatz militärischer Kräfte
ausschließlich im Bereich der Hauptstadt Kabul vor“, betonte der
Abgeordnete. Zudem sei angesichts der dramatischen Sicherheitslage in
Afghanistan die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes auch gegenüber den
Soldaten höchst unverantwortlich. „Offensichtlich wird dies von Berlin
aber in Kauf genommen, um sich in Washington wieder als Juniorpartner zu
etablieren.“
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