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Das Europäische
Parlament hat in einer Resolution die Beteiligung der FPÖ an der österreichischen
Regierung kritisiert
Dazu erklären die Europaabgeordneten der PDS
Sylvia-Yvonne Kaufmann, Hans Modrow, Christel Fiebiger, Felecnas Uca,
Helmuth Markov, André Brie:
Brüssel, 3. Februar 2000
Maßgeblich auf Initiative der Fraktion der
Vereinigten Europäischen Linken hat das Europäische Parlament am
gestrigen Mittwoch die Beteiligung der FPÖ an der österreichischen
Regierung und die Konsequenzen für die EU diskutiert. Am heutigen
Donnerstag nahm das Parlament mit großer Mehrheit eine gemeinsame
Entschließung der konservativen, der sozialdemokratischen, der liberalen,
der grünen und der linken Fraktion an. In ihr verurteilt das Parlament
die ausländerfeindlichen und rassistischen Aussagen Haiders und
kritisiert, dass mit der „Aufnahme der FPÖ in eine Koalitionsregierung
die extreme Rechte in Europa legitimiert“ werde. Gefährdet wird damit
auch die Glaubwürdigkeit der EU gegenüber den Beitrittsländern.
Wir als PDS-Abgeordnete betrachten die Fähigkeit
des Europäischen Parlaments, eine gemeinsame Position in dieser zentralen
Frage der europäischen Politik zu verabschieden, als ermutigend. Bei
Ablehnung einzelner Aussagen haben wir der Gesamt-Erklärung daher
zugestimmt, obwohl wir deutlich weitergehende Einschätzungen für
erforderlich halten. Neofaschistische und rassistische Entwicklungen in
Europa müssen auf breitesten Widerstand stoßen.
Insbesondere weisen wir darauf hin, dass
unserer Meinung nach die Ursachen rassistischer, antisemitischer und
fremdenfeindlicher Tendenzen durch die Politik der EU und ihrer
Mitgliedstaaten nicht nur nicht beseitigt, sondern verstärkt werden.
Insbesondere kritisieren wir die Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU und
ihre Abschottungsstrategie, die Wasser auf die Mühlen der Haider und Le
Pen ist. Wer verhindern will, dass insbesondere junge Menschen
rechtsextremen und rassistischen Parolen verfallen, muss ihnen eine
soziale Perspektive und den umfassenden Zugang zu Bildung und Kultur ermöglichen.
Davon ist die Europäische Union in vielen Fällen weit entfernt. Zu den
Wurzeln der bedrohlichen Rechtsentwicklung in Österreich wie in anderen
europäischen Staaten gehört auch die sozial- und beschäftigungsfeindliche
Politik der EU.
Die Auseinandersetzung mit dem
Rechtsextremismus in Europa darf nicht auf allgemeine Erklärungen beschränkt
bleiben. Das Europäische Parlament setzt sich mit seiner heutigen
Entscheidung selbst unter Zugzwang, nachzuweisen, ob es ihm mit dieser
Auseinandersetzung wirklich ernst ist.
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