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Empörende
Haltung des Europäischen Rates!
Brüssel,
den 11. Oktober 2000
Mehr
als zehn Wochen hat der Europäische Rat benötigt, um eine an ihn
gerichtete parlamentarische Anfrage zur Verwicklung internationaler Ölkonzerne
in den sudanesischen Bürgerkrieg zu beantworten. Viel empörender ist
jedoch der Inhalt der „Antwort“. Der Rat stellt lediglich fest, dass
ihm „die einschlägigen Berichte, wie der von Amnesty International vom
3. Mai 2000, bekannt“ sind, hat sie jedoch nach eigenem Bekunden
„bisher noch keiner eigenen Bewertung unterzogen“. Zur Schürung des
blutigen Krieges im Sudan durch ausländische, insbesondere auch europäische
Ölinteressen, lehnt der Rat es ab, „diese Informationen zu bestätigen
oder zu dementieren.“
Letztlich
ist an dieser Antwort nichts überraschend, nicht die Missachtung des
Parlaments, nicht der Zynismus. Meine Schlussfolgerung ist leider auch
alles andere als neu: Die Regierungen der Mitgliedstaaten und der Europäische
Rat sind in Menschenrechtsfragen und in Angelegenheiten der
internationalen Sicherheit nur dann aktiv, wenn die Gewinninteressen der
europäischen und internationalen Konzerne dadurch nicht beeinträchtigt
werden.
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