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Zur
Forderung Elmar Broks (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des
Europäischen Parlaments nach vollständiger Entwaffnung der UCK erklärt
André Brie, PDS, MdEP:
NATO
ist verantwortlich für Terror der UCK im Kosovo und gegen Mazedonien
Der
Kosovo ist faktisch NATO-Protektorat. Der Krieg, der seitens der UCK akut
gegen Mazedonien droht, geht eindeutig von jenem Territorium aus, dass die
NATO seit 1999 besetzt hält und für das sie die Verantwortung trägt.
Der UCK-Terror geht aber vor allem auch von der Politik der NATO in
Jugoslawien aus. Sie hat die UCK hoffähig gemacht und hofiert. Sie hat am
20. September 1999 wider besseren Wissens und unter Missachtung
zahlreicher seriöser Medienberichte durch den damaligen KFOR-Kommandeur
Mike Jackson die „volle Demilitarisierung zu Mitternacht des 19.
September 1999“ und „die volle Erfüllung der Verpflichtungen der
entsprechenden Sicherheitsratsresolution“ durch die UCK behauptet,
richtiger gesagt: gelogen.
Damals
sollen nach Jacksons Angaben rund 10.000 Waffen und 5 Millionen Stück
Munition durch die UCK abgeliefert worden sein. In einer (sehr lückenhaften)
Antwort des EU-Rates auf meine Anfrage wurde am 20. November 2000 von mehr
als 17.000 Waffen, 30.000 Sprengkörpern und mehr als 7,5 Millionen
Patronen gesprochen. Die Differenz zum 19. September 1999 ist enorm.
Offensichtlich war die „volle Demilitarisierung“ vor allem eine
gemeinsame UCK-NATO-Propaganda. Inzwischen zeigt sich, dass die angeblich
entwaffnete UCK nicht nur zu blutigem Terror in der Lage, sondern sogar
kriegsfähig ist.
Es
war die NATO, die die UCK 1999 benutzt und aktiv toleriert hat. Es war die
NATO, die sich zwischen 1999 und 2001 als unfähig und vor allem als
unwillig erwiesen hat, die UCK zu entwaffnen und ihren Terror zu beenden.
Es ist die NATO, die offensichtlich immer noch die UCK-Karte in der
Hinterhand ihrer Balkan-Politik behalten will. Auch Elmar Brok hat im
September 1999 die NATO-Propaganda mitgetragen. Seine jetzige Forderung
ist uneingeschränkt zu unterstützen. Aber sie kommt anderthalb Jahre zu
spät. Möglicherweise sogar zu spät für die Verhinderung des
UCK-Krieges gegen Mazedonien. Der deutschen Politik fällt lediglich ein,
die deutschen Soldaten in Sicherheit zu bringen. Büßen für die Politik
der NATO und das anhaltende (und gewollte) Versagen einer präventiven
Sicherheitspolitik auf dem Balkan müssen die Menschen Mazedoniens.
Brüssel,
19. März 2001
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