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Europaabgeordneter
Dr. André Brie zu „neuer Partnerschaft“ der NATO mit Russland:
Alter
Wein in neuen Schläuchen
Die
vollmundig von der NATO als „neue Partnerschaft“ angekündigte
Strategie gegenüber Russland entpuppt sich als Aufguss der bekannten
Politik der Allianz. Am bisherigen Kurs des „19 gegen 1“ im
NATO-Russland-Rat werden auf dem Außenministertreffen in Reykjavik am
Dienstag und Mittwoch nur kosmetische Änderungen vorgenommen. Dass es
keineswegs um die Gleichberechtigung Moskaus und die Berücksichtigung der
russischen Sicherheitsinteressen geht, zeigen allein schon die letzten
Tage und Wochen:
So
wurden erst am Montag in Brüssel die Weichen für eine engere militärische
Zusammenarbeit zwischen NATO und EU gestellt. Die Warnungen Moskaus vor
der Militarisierung der Europäischen Union und dem Aufbau einer
„Eingreiftruppe“ wurden in den Wind geschlagen.
So
ist die Aufnahme osteuropäischer Länder und auch der baltischen Staaten
im November in die NATO seit wenigen Wochen de facto beschlossene Sache.
Damit wird nicht nur der Ring um Russland weiter geschlossen; erstmals
werden auch ehemalige Sowjetrepubliken Mitglieder des westlichen Militärbündnisses.
Dass sich Moskau bedroht fühlt, ist nur allzu verständlich.
So
setzten sich die USA zu Wochenbeginn auch mit ihren Vorstellungen von
atomarer „Abrüstung“ durch: Um zu einem Vertrag über die Reduzierung
der Nuklearsprengköpfe zu kommen, der für Russland auch aus ökonomischer
Sicht wichtig ist, musste Moskau der Einlagerung von einem Teil der
US-Gefechtsköpfe statt deren Vernichtung zustimmen.
Dass
selbst die angekündigte „Mitsprache“ Moskaus bei der Bekämpfung des
internationalen Terrorismus oder der Nichtweiterverbreitung von
Massenvernichtungswaffen nur auf dem Papier steht, räumt sogar die NATO
ein. Die Praxis werde zeigen, wie weit die Zusammenarbeit geht, heißt es
in Brüssel. Mit solcherart Aussagen hat Moskau in der Vergangenheit
schlechte Erfahrungen gesammelt: Das Versprechen, den Militärpakt nach
dem russischen Abzug aus Mittel- und Osteuropa nicht nach Osten zu
erweitern wurde ebenso gebrochen wie jenes, nicht ohne UN-Mandat im Kosovo
zu intervenieren.
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