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Dr.
André Brie am 25. Februar 2003:
Zu den EU-Vorschlägen zur weiteren
Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen erklärt der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie:
„Offenbar hat sich die EU-Kommission in
den Verhandlungen über das WTO-Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen (GATS)
noch weiter den Interessen der Wirtschaft untergeordnet. Nach den jetzt
von Brüssel eingebrachten Vorschlägen sollen nicht nur internationale
Finanzdienstleistungen ‚liberalisiert‘ und Investitionen
‚erleichtert‘ werden. Vor allem wird der weiteren Privatisierung von
kommunalen Dienstleistungen, wie öffentlicher Nahverkehr, Wasserver- und
entsorgung sowie Energiebelieferung, Tür und Tor geöffnet. Die Kommunen,
bislang maßgeblich an der Vergabe dieser Leistungen beteiligt, bleiben außen
vor.
Wer die Leidtragenden dieser Entwicklung
sein werden, ist abzusehen: Während kleine und mittlere Unternehmen verdrängt
werden, haben die Bürger die von Großkonzernen diktierten Preise für
grundlegende Dienstleistungen zu tragen. Der verschärfte Wettbewerb wird
zur Aufweichung bestehender Standards bei Tarifen, Sicherheit und
Umweltschutz führen. Auch die Kommunen sind direkt betroffen: Durch
fehlende Mitsprache bei der Leistungsvergabe wird Ihnen die Möglichkeit
zu Umschichtungen im Haushalt genommen.
Die Regionen und Kommunen müssen
angesichts dieser Pläne reagieren und ihre Forderungen in Brüssel zu Gehör
bringen. Auch die Bundesregierung steht in der Pflicht, die Ausdehnung des
Marktfundamentalismus auf den kommunalen und sozialen Bereich einzudämmen.
Nur so kann die im Grundgesetz verankerte Pflicht der Kommunen zur öffentlichen
Daseinsvorsorge auch erfüllt werden.“
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