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Zur Sondertagung der EU-Staats- und
Regierungschefs und zur Androhung eines Krieges „als letztem Mittel“
zur Entwaffnung Iraks erklärt der PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie:
„Die einheitliche Position Europas zum
Irak-Konflikt wurde mit der Preisgabe des Völkerrechts erkauft. Statt
ihre Verantwortung für eine nichtmilitärische Konfliktlösung
wahrzunehmen, ignoriert die EU nicht nur das in der UN-Charta
festgeschriebene Verbot der Gewaltandrohung und –anwendung, sondern auch
die in den Gemeinschaftsverträgen verankerte Pflicht, Frieden und
Sicherheit in der Welt zu fördern. Eine gemeinsame europäische Außen-
und Sicherheitspolitik, die sich faktisch dem US-Kriegskurs unterordnet,
verdient ihren Namen nicht.
Ein Krieg gegen Irak, und auch seine
Androhung, ist in keiner Weise gerechtfertigt. Noch weniger, als Bagdad
offensichtlich seine Kooperation mit den UN-Inspektoren intensiviert hat
und nicht mehr über ein relevantes Potenzial an Offensivwaffen verfügt.
Die Doppelzüngigkeit der EU und der europäischen NATO-Staaten zeigt sich
auch daran, dass der Türkei, die wiederholt irakisches Territorium
besetzte, militärische Hilfe bei einem von den USA selbst ausgelöstem
Krieg zugesagt wurde.
Angesichts der jüngsten EU-Beschlüsse ist
Deutschland um so mehr gefordert, seine ablehnende Haltung gegen einen
Angriff auf Irak deutlich zu machen. Die Diskussion im Sicherheitsrat ist
der Lackmustest, in wieweit die entsprechenden Erklärungen aus Berlin
ernst zu nehmen sind.“
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