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Erklärung von Dr. André Brie vor dem Europäischen
Parlament zu drohendem Krieg gegen Irak
„Mit dem ersten Schuss ein Verbrechen“
Ein
Krieg gegen Irak wäre nach den Worten des PDS-Europaabgeordneten Dr. André
Brie „mit dem ersten Schuss und unter allen Umständen“ ein
Verbrechen. Im Namen der Fraktion der Vereinten Europäischen Linken
lehnte der Politiker am Mittwoch in der Irak-Debatte des Europaparlaments
jede militärische Lösung des Konflikts um den Golfstaat ab. „Dieser
Krieg würde einen klaren Bruch des Völkerrechts und möglicherweise die
endgültige Demontage der UN-Charta bedeuten“, betonte der
Parlamentarier.
Ein
Militärschlag gegen Irak könnte nicht nur „die Pulverschnur in die
explosivsten und komplex miteinander verwobenen Regionen des Planeten entzünden“,
erklärte Brie, sondern zugleich „unheilvollste langfristige Folgen für
das Verhältnis zur arabischen und islamischen Welt haben“. Zwar könnten
die USA den Krieg militärisch rasch gewinnen, aber sie würden mit diesem
Feldzug unkalkulierbare politische und wirtschaftliche Folgen verursachen.
Ohne
Zweifel herrsche im Irak ein diktatorisches Regime, das die Menschenrechte
mit Füßen trete, führte Brie weiter aus. Allerdings gebe es keinerlei
Konzept für eine integrative und demokratische Entwicklung des Irak. Der
Abgeordnete kritisierte, dass es gerade die westlichen Staaten waren, die
Saddam Hussein in der Vergangenheit aufgerüstet und dessen Aggressionen
gegen Nachbarländer toleriert hätten.
„Wer
wirklich Demokratie, Menschenrechte, Sicherheit will, sollte nicht nach
Krieg zu ihrer Durchsetzung rufen, sondern die machtpolitische Doppelzüngigkeit
der eigenen Politik überwinden, die die Glaubwürdigkeit der verkündeten
Ziele ad absurdum führt“, so Brie. Seine Fraktion lehne Krieg als
Mittel der Politik grundsätzlich und uneingeschränkt ab.
Eine
gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik und eine
Emanzipation von einem Kurs der USA, der sich immer mehr als Amoklauf
gegen das Völkerrecht, das internationale Rüstungskontroll- und Abrüstungssystem
und kooperative internationale Beziehungen zeige, sei „geradezu ein Wert
an sich“. „Sie ist zum einen erforderlich, um Völkerrecht,
Sicherheit, Stabilität, Demokratie in der Welt zu fördern. Sie ist zum
anderen notwendig, um europäische Interessen zu gewährleisten, die durch
den USA-Kurs sehr ernsthaft gefährdet sind“, hob Brie hervor.
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