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André
Brie richtet dringende parlamentarische Anfrage an EU-Ministerrat
Stellungnahme
zu Atomdrohungen gegenüber Irak gefordert
Vor
dem Hintergrund der Androhung von Atomschlägen gegen Irak hat der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie am Montag eine dringende
parlamentarische Anfrage an den Rat der Europäischen Union gerichtet. Der
Politiker forderte das Gremium auf, klarzustellen, ob die entsprechenden
Äußerungen des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon von Ende März
mit dem internationalen Recht in Übereinstimmung stehen. Brie führte
dabei insbesondere die Resolution 984 des UN-Sicherheitsrats von 1995 und
die Erklärung Großbritanniens an, die den Einsatz von Kernwaffen gegen
Staaten, die über keine solchen Waffen verfügen und dem
Nichtweiterverbreitungsvertrag angehören, abgesehen vom Verteidigungsfall
ausschließen. Ebenso verwies der Abgeordnete auf die Artikel der
UN-Charta, in der sich die Mitgliedsstaaten zur Ächtung von Anwendung und
Androhung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder die
politische Unabhängigkeit eines Staates verpflichten.
„Ein
Atomwaffeneinsatz, und ebenso Drohungen mit einem solchen Schritt, sind
angesichts der unabsehbaren Konsequenzen für Weltfrieden und
internationale Sicherheit in keiner Form zu akzeptieren“, erklärte Dr.
André Brie. „Zugleich werden die in jüngster Zeit entwickelten Ansätze
für eine politische Beilegung des Konflikts mit Irak zunichte gemacht.“
Wie
Brie betonte, würde mit dem Einschwenken der EU auf den
Konfrontationskurs Washingtons gegenüber Bagdad auch die Gemeinsame Außen-
und Sicherheitspolitik der Gemeinschaft akut gefährdet. „Der
Handlungsspielraum für ein eigenständiges Agieren der EU in der
internationalen Arena, der mit der Erklärung der uneingeschränkten
Unterstützung für den ‚Anti-Terror-Feldzug‘ der USA schon stark
eingeschränkt wurde, wird abermals beschnitten. Die Europäer sind
offensichtlich im Begriff, hinsichtlich eines Krieges gegen Irak die
letzte Chance für eine autonome Politik gegenüber den USA zu
verspielen.“
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