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Dr.
André Brie am 28. Juli 2004:
Europaabgeordneter sieht Gefährdung
von Helfern und Bevölkerung:
Brie warnt vor
Instrumentalisierung von Hilfsorganisationen in Afghanistan
Nach Ansicht des
Afghanistan-Berichterstatters des Europaparlaments, André Brie, hat der Rückzug
der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ aus dem Land am Hindukusch
erneut die militärische und politische Instrumentalisierung
internationaler Helfer belegt. „Die Sorge über eine Vermischung von
militärischen und humanitären Einsätzen ist von
Nichtregierungsorganisationen in der Vergangenheit wiederholt geäußert
worden“, erklärte der PDS-Abgeordnete am Mittwoch in Brüssel.
„Selbst wenn die Einbindung der Hilfsaktionen in das Vorgehen der
Besatzungstruppen nicht bewußt erfolgt, stellt sie eine Gefährdung der
Helfer und der Bevölkerung dar.“ Die internationale Hilfsorganisation
hatte die Beendigung ihres Engagements in Afghanistan am selben Tag auch
mit dem Verweis auf Versuche der US-Truppen begründet, die Mission von
„Ärzte ohne Grenzen“ für Propagandazwecke zu nutzen.
Brie erneuerte in diesem
Zusammenhang die Kritik an der Konzeption regionaler Wiederaufbauteams in
Afghanistan. „So wichtig eine punktuelle Unterstützung mitunter sein
kann, werden damit die Sicherheitsprobleme des ganzen Landes nicht gelöst.“
Der Abgeordnete forderte statt dessen einen verstärkten internationalen
Beitrag zum Aufbau nationaler Polizeikräfte und zur Entwicklung
demokratischer und zivilgesellschaftlicher Strukturen.
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