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Dr.
André Brie am 15. Januar 2002 zu den Haftbedingungen in US-Basis
Guantánamo:
Im
"Krieg der USA gegen die Barbarei" siegt die Barbarei
Gitterkäfige,
gerade einmal vier Quadratmeter Grundfläche, Fesselungen – nicht wilde
Tiere sind so gefangen, sondern die „gesetzlosen Kämpfer“ der Taliban
und El Kaida, die die US-Truppen auf ihrem Stützpunkt Guantánamo auf
Kuba internieren. In der Nacht auf Dienstag kamen weitere 30 Häftlinge
aus Afghanistan in der Militärbasis an; die Zahl der dort einsitzenden
„mutmaßlichen Terroristen“ erhöhte sich damit auf 50. „Nicht
komfortabel“ seien die Haftbedingungen in Guantánamo, erklärte
US-Brigadegeneral Mike Lehnert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International wird da deutlicher: Die Unterbringung von Gefangenen in Käfigen
falle „hinter den Minimalstandard menschlicher Behandlung zurück“.
Damit
nicht genug: Die Häftlinge, von Washington nicht als Kriegsgefangene
anerkannt, wurden auf bloßem Verdacht hin interniert; ihnen droht ein
Verfahren vor US-Militärgerichten, an deren Ende die Todesstrafe stehen
kann. Ein gerechtes Verfahren mit der Vorlage eindeutiger Beweise und der
Möglichkeit einer Verteidigung der „Angeklagten“ scheint vor diesen
Tribunalen ausgeschlossen.
Offensichtlich hat im
Kampf der Vereinigten Staaten gegen die „Barbarei“ diese schon
gesiegt. Die internationale Öffentlichkeit und insbesondere die Europäische
Union muss auf die USA einwirken, um den Gefangenen eine menschliche
Behandlung und faire Prozesse zu gewährleisten. Für eine Gemeinschaft,
die sich gerade jetzt wieder vehement für Tierrechte einsetzt, sollten
die Menschenrechte an erster Stelle stehen.
Der
so vehement geforderte Proamerikanismus verlangt die Verteidigung der
amerikanischen Menschenrechtstradition auch gegen die aktuelle US-Politik,
nicht die Kritiklosigkeit.
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