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Dr.
André Brie: Gewalteskalation im Nahen Osten stoppen
Europäische
Union muss Passivität aufgeben
Die
Gewalt im Nahen Osten eskaliert. Allein seit Dienstag Abend fielen den
Auseinandersetzungen zwölf Palästinenser und sechs Israelis zum Opfer.
Die Spirale von palästinensischen Anschlägen und israelischen
Vergeltungsangriffen dreht sich immer schneller.
Die
Europäische Union gibt in dieser zugespitzten Situation den „neutralen
Beobachter“. Statt ihren politischen und diplomatischen Einfluss als
Gemeinschaft in der Krisenregion zu nutzen, beschränken sich die
EU-Regierungen auf nationale Alleingänge und einen laisser-faire-Kurs
gegenüber Washingtons „Vermittlungsbemühungen“. Und dies, obwohl
sich die USA offensichtlich nicht mehr aktiv für eine Entspannung des
Konflikts einsetzen.
Um
zum Friedensprozess im Nahen Osten zurückzukehren, sind politischer Wille
und Kompromissbereitschaft beider Konfliktparteien sowie internationale
Unterstützung notwendig. Das heißt vor allem, dass
-
die EU sofort ihre Passivität aufgibt und sich mit politischen und
diplomatischen Engagement für eine Deeskalation im Nahen Osten einsetzt;
-
Israel die militärischen Vergeltungsaktionen auf palästinensische Anschläge
einstellt;
-
die Autonomiebehörde konsequent gegen palästinensische Extremisten
vorgeht und
-
die Bewegungsfreiheit für Palästinenserpräsident Jassir Arafat durch
Israel wieder hergestellt wird.
Nur
durch schnelles Handeln kann weiteres Blutvergießen verhindert werden.
Jede Verzögerung würde zu neuen Opfern auf palästinensischer und
israelischer Seite führen.
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