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Dr.
André Brie am 04. Juli 2003:
André Brie warnt vor
antisemitischen Tendenzen:
Bei Diskussion um
„Fall Friedman“ werden latent vorhandene Vorurteile bedient
Der PDS-Politiker André
Brie hat sich besorgt über den offensichtlich in Deutschland
existierenden Antisemitismus gezeigt. „Die öffentliche Diskussion um
einen möglichen Drogenmissbrauch Michel Friedmans lassen eine latent
vorhandene antisemitische Stimmung erkennen“, sagte Brie am Freitag in
Berlin. So werde zwar von einigen Medien eine angebliche Neutralität im
„Fall Friedman“ hervor gekehrt, hintergründig dabei jedoch stereotyp
auf die jüdische Herkunft des Politikers und Moderators verwiesen.
„Damit werden – bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt –
Vorurteile und Klischees bedient“, erklärte Brie. In anderen Fällen
werde bezeichnender Weise kaum auf solche Momente hingewiesen.
Der Europaabgeordnete
forderte einen fairen Umgang mit den Vorwürfen gegen Friedman. „Dabei
geht es nicht um einen Freibrief, sondern um eine gerechte,
vorurteilsfreie und sachliche juristische Aufarbeitung eventueller
strafrechtlicher Sachverhalte.“ Insbesondere bat Brie Journalistinnen
und Journalisten sowie die Medien um ein Höchstmaß an Sensibilität, da
antisemitische Stimmungen in Deutschland ganz und gar nicht gering seien.
„Die öffentliche und politische Tabuisierung des Antisemitismus darf
nicht gefährdet werden.“
Brie hatte wiederholt auf
antisemitische Tendenzen in Deutschland und der Europäischen Union
aufmerksam gemacht. So hatte er im April in einer Parlamentarischen
Anfrage an den Rat der EU auf entsprechende Studien, unter anderem vom
Europäischen Monitoring Zentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit,
verwiesen. Darin war eine dramatische Zunahme von antisemitischen
Ausschreitungen in den EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr festgestellt
worden. Die Studien hatten zugleich eine wachsende Schwere der Taten
belegt.
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