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Europaabgeordneter
will sich für Stärkung des Internationalen Strafgerichtshofs einsetzen
EU
erteilt Washington Freibrief für Völkerrechtsverletzungen
Der
PDS-Abgeordnete Dr. André Brie hat angekündigt, sich im Europäischen
Parlament weiter für die umfassende Anerkennung des Internationalen
Strafgerichtshofs (IStGH) einzusetzen. „Die EU hat abermals bewusst eine
Chance vertan, sich außenpolitisch von den USA zu emanzipieren“, erklärte
Brie am Dienstag zum Außenministerrat vom Vortag. „Statt die Rolle des
IStGH zu stärken, hat der Rat mit der Billigung von Sonderabkommen
faktisch dessen Unterhöhlung beschlossen. Der sogenannte Kompromiss gegenüber
der US-Position ist nichts anderes als ein Freibrief für Washington, Völkerrecht
nach eigenen Interessen auszulegen und umzusetzen.“
Brie
bezeichnete die EU-Position allerdings als nicht überraschend: „Die
europäische Politik hinsichtlich des Internationalen Strafgerichtshofes
selbst ist nicht uneingeschränkt glaubwürdig“, so der Abgeordnete. Er
verwies darauf, dass mit einem Sondervertrag europäische Angehörige der
Afghanistan-Schutztruppe von der internationalen Strafgerichtsbarkeit
ausgenommen wurden.
Die Bundesregierung rief der
Europapolitiker auf, kein bilaterales Abkommen mit Washington über die
Nichtauslieferung von US-Bürgern an den IStGH zu schließen. „Gerade in
den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung
die auf Krieg und Verletzung internationalen Rechts ausgerichtete
US-Politik ablehnt.“ Nun müsse sich zeigen, was von den
Wahlversprechen, diesen Kurs nicht mit zu tragen, bleibt.
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