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Dr. André Brie am 07. Juni 2005:
PDS-Europaabgeordneter kritisiert
offizielles Informationsblatt des EU-Parlaments
Brie fordert korrekte
Darstellung des Verfassungsvertrags
Der PDS-Europaabgeordnete André
Brie hat die bewusste Verdrehung von Fakten im Zusammenhang mit der
EU-Verfassung kritisiert. In einem Schreiben an den Präsidenten des
Europäischen Parlaments, Josep Borrell, kritisierte er tendenziöse und
falsche Darstellungen in einem offiziellen Informationsblatt des
Parlaments. Brie verwies am Dienstag in Straßburg auch auf Berichte,
wonach in EU-Institutionen sachliche Informationen über die Verfassung mit
eindeutigen Positionierungen für den Vertrag verbunden würden. So hatte
eine Mitarbeiterin eine im europäischen Patentamt verbreitete
Informationsbroschüre des Gewerkschaftsdachverbandes für den öffentlichen
europäischen Dienst als “einseitige Stimmungsmache” moniert.
In dem Flyer des Europaparlaments
wird u. a. von der “Chance” der Bürgerinnen und Bürger gesprochen, „sich
per Referendum zum Zustandekommen der europäischen Gesetze zu äußern“.
Allerdings sei im entsprechenden Artikel des Verfassungsvertrages weder
von einem "Referendum" die Rede, noch davon, dass sich die Bürgerinnen und
Bürger damit "zum Zustandekommen der europäischen Gesetze äußern" können,
betonte Brie. Sie könnten lediglich zu Themen Vorschläge unterbreiten, zu
denen es ihrer Meinung nach solcher Rechtsakte bedarf. „Bei Artikel I-47
(4) handelt es sich ausschließlich um ein gewisses kollektives
Petitionsrecht, mit dem die Kommission eventuell zum Handeln veranlasst
werden kann, das die Kommission im übrigen aber in keiner Weise zu einem
solchen Handeln verpflichtet, geschweige denn, dass mit dieser Bestimmung
europäische Referenden eingeführt würden.“
„Wie immer man auch zum
Verfassungsvertrag stehen mag, eine wahrheitswidrige Werbung für ihn
sollte ausgeschlossen und seitens des Europäischen Parlaments nicht
zulässig sein“, so der Abgeordnete in seinem Schreiben an den
Parlamentspräsidenten. „Ich meine sogar, dass die Skepsis vieler
Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Europäischen Union mit solcher
Werbung bestätigt und verstärkt wird.“ Brie forderte, das Werbematerial
unverzüglich und vollständig zurückzuziehen und dessen weitere Verbreitung
einstellen zu lassen. |