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PDS-Europaabgeordneter
fordert auf sicherheitspolitischer Konferenz in Peking Emanzipation von
USA
Diskussionsbeitrag für die sicherheitspolitische Konferenz in Peking im
September 2002 (*.pdf-Datei)>>
EU
steckt in außenpolitischer Sackgasse
Der
Europaabgeordnete Dr. André Brie sieht die Gemeinsame Sicherherheits- und
Verteidigungspolitik der EU in einer Sackgasse. „In jüngster
Vergangenheit, insbesondere nach dem 11. September, sind auch die
bisherigen Bemühungen eines gemeinsamen außen- und
sicherheitspolitischen Agierens der EU-Staaten in eine Krise geraten, über
die nicht gesprochen und die geleugnet wird“, erklärte der
PDS-Politiker am Mittwoch auf einer sicherheitspolitischen Konferenz in
Peking. „Weder im Nahen Osten, noch hinsichtlich des akuten Falles Irak,
weder gegenüber dem Iran, noch hinsichtlich aktueller oder potenzieller
Konfliktherde im Kaukasus und Zentralasien, auch nicht in bezug auf China
und das Verhältnis der EU zu den asiatischen Staaten hat die EU eine
gemeinsame Strategie und Politik“, so Brie.
Insbesondere
zeigten sich große Widersprüche gegenüber dem Unilateralismus und der
Dominanzpolitik der USA. Letztlich würden die Bush-Doktrin mit ihrem
Anspruch auf präventive Militärschläge (einschließlich präventiver
Nuklearschläge), die amerikanische Missachtung bzw. Geringschätzung der
UNO und ihrer Charta, des Kyoto-Protokolls, des Internationalen
Strafgerichtshofs oder die Zerstörung des bi- und multilateralen Rüstungskontrollsystems
durch die USA von fast allen Regierungen toleriert. „Doch auch diese
allgemeine Toleranz stellt keine Grundlage einer gemeinsamen Politik dar.
Sie ist auch nicht primär Ausdruck der Zustimmung zum Kurs der USA,
sondern Ausdruck der elementaren Schwäche gegenüber den USA“, führte
der Parlamentarier aus.
Als
Ausweg sieht Brie die Entwicklung und Realisierung einer tatsächlich
gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU, die sich von Washington
emanzipiert. Dazu sollten unter anderem die Stärkung der UNO und die
Achtung des Völkerrechts, der Verzicht auf militärische Vorherrschaft,
die Konfliktprävention, eine konsistente Menschenrechtspolitik sowie Abrüstung
und Rüstungskontrolle gehören.
„In
solchen und ähnlichen Richtungen wäre die EU wahrscheinlich in der Lage,
eine größere Autonomie gegenüber den USA und eine Relativierung der
geschichtlich beispiellosen, einseitigen us-amerikanischen Dominanz zu
erreichen – vorausgesetzt wiederum, dass sie zu gemeinsamer Außenpolitik
in der Lage wäre“, hob Brie hervor. „Derzeit ist sie davon weit
entfernt, weiter als vor dem 11. September 2001.“
Diskussionsbeitrag für die sicherheitspolitische Konferenz in Peking im
September 2002 (*.pdf-Datei)>>
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